Pressemitteilung: 9. Wettbewerberreport Eisenbahnen: SPNV am Limit, Wettbewerb auf der Kippe
Der Schienenpersonennahverkehr (SPNV) in Deutschland steht unter massivem Druck. Eisenbahnunternehmen beklagen strukturelle Ungleichgewichte, die faire Wettbewerbsbedingungen zunehmend unmöglich machen. Wie aus dem 9. Wettbewerber-Report Eisenbahnen 2025/2026 von mofair e.V.und DIE GÜTERBAHNEN hervorgeht, sind die Ursachen vielfältig – und systemisch. Das Papier legt dar, dass der Wettbewerb im SPNV an einem Kipppunkt angelangt ist. An Ausschreibungen beteiligen sich demnach kaum neue Anbieter. Nur noch die aktuellen Betreiber seien in der Lage, die Vielzahl an Betriebsrisiken realistisch einzuschätzen und in ihre Angebote einzupreisen, heißt es im Report. Das Wettbewerbsmodell „um den Markt“ – also das Vergabeverfahren durch Ausschreibung – brauche angesichts stark veränderter Rahmenbedingungen dringend eine „Auffrischung“. Als Betreiberin von sieben Regionalzuglinien in NRW bestätigt National Express diese Einschätzung. Auch unsere operative Realität ist von infrastrukturellen Störungen, Planungsunsicherheit und wirtschaftlicher Unkalkulierbarkeit geprägt. Infrastruktur: Rückgrat der Schiene bricht weg Der Wettbewerberreport zeichnet ein alarmierendes Bild vom Zustand der Schieneninfrastruktur: Stellwerksausfälle, fehlende Baustellenkoordination und mangelhafte Bauinformation durch die DB InfraGO führen zu Zugausfällen in für Fahrgäste nicht nachvollziehbaren Größenordnungen. Allein im Jahr 2022 wurden aufgrund von 4.100 Fällen von unbesetzten Stellwerken 7.000 Züge nicht gefahren sowie über 400.000 Verspätungsminuten gesammelt. Besonders gravierend: Die Bundesnetzagentur, eigentlich zuständig für eine diskriminierungsfreie Netzvergabe, könne laut Bericht keine wirksamen Eingriffe vornehmen – etwa, wenn im Rahmen der sogenannten „Generalsanierung“ Trassen massenhaft abgelehnt oder verspätet vergeben werden. (....)
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