Pressemitteilung: Fehlende Ladeinfrastruktur und Kostennachteile für emissionsfreie LKW gefährden Hochlauf
McKinsey-Studie: In Europa bereits knapp 50 batterieelektrische Nutzfahrzeugmodelle auf dem Markt - Aber: Ladeinfrastruktur muss um Faktor 25 ausgebaut werden, Gesamtbetriebskosten erst für 30% der Trucks auf Niveau von Dieselfahrzeugen - 41% der Spediteure grundsätzlich bei gleichen Betriebskosten offen für Nutzfahrzeuge von chinesischen Anbietern Die europäischen Hersteller von Nutzfahrzeugen stehen vor großen Herausforderungen, um den Hochlauf der emissionsfreien Mobilität erfolgreich zu gestalten. Zwar haben europäische Hersteller mit knapp 50 schon heute erhältlichen Nutzfahrzeugmodellen ein umfassendes Portfolio im Angebot – allerdings hinkt die Ladeinfrastruktur deutlich hinterher. Nur 2,000 öffentliche Ladepunkte für Trucks sind europaweit verfügbar. Es müssten jedoch 50,000 Ladepunkte – Faktor 25 – bis 2030 gebaut werden, damit der Übergang zu Nullemissionstrucks gelingt. Zudem entfallen heute erst rund 30% der Verkäufe von Nullemissions-Nutzfahrzeugen in Segmente, die bei ihren Gesamtbetriebskosten auf dem Niveau herkömmlicher Dieseltrucks liegen - vor allem im Verteiler- oder Hub-zu-Hub-Langstreckenverkehr. Die aktuelle Geschwindigkeit des Umstiegs auf batterieelektrische Trucks reicht noch nicht aus: Die Branche könnte die angestrebte CO2-Reduktion um 43% im Vergleich zu 2019 um mindestens 3 Prozentpunkte verfehlen, Strafzahlungen von über 2,2 Mrd. Euro könnten 2030 auf die Branche zukommen. Dies geht aus der Studie „Europe’s ZEV truck transition“ der Unternehmensberatung McKinsey & Company hervor. Für die Analyse wurden unter anderem knapp 300 Betreiber in Europa befragt. Ladeinfrastruktur und Gesamtbetriebskosten noch nicht wettbewerbsfähig „Die europäische Nutzfahrzeugindustrie kann den Übergang in Richtung Nullemissionen schaffen – und damit nicht nur die regulatorischen Vorgaben erfüllen, sondern auch ihre Wettbewerbsfähigkeit stärken. Denn: Die Nutzfahrzeughersteller haben ein vielfältiges Angebot an Nullemissionstrucks aufgebaut“, sagt Matthias Kässer, Partner bei McKinsey und Leiter der Nutzfahrzeugberatung in EMEA. Seit 2020 haben europäische Hersteller ihre Forschungs- und Entwicklungsbudgets um mehr als 50% gesteigert auf über 7 Milliarden Euro. Kässer: „Damit der Übergang gelingt, gilt es, den Ausbau der Ladeinfrastruktur massiv zu beschleunigen sowie die Gesamtbetriebskosten für die Betreiber zu senken, damit diese Trucks auch im Markt ankommen.“ (....)
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