Pressemitteilung: Gehweg-Freigabe für Radfahrende: Ein Kompromiss mit Nebenwirkungen

In den Städten steigt die Anzahl von Menschen, die zu Fuß oder mit dem Fahrrad unterwegs sind. Aufgrund der begrenzten Fläche können nicht überall getrennte Verkehrsanlagen für die unterschiedlichen Verkehrsteilnahmearten eingerichtet werden. Unter besonderer Berücksichtigung der Belange des Fußverkehrs sollte im Auftrag der Bundesanstalt für Straßen- und Verkehrswesen (BASt) untersucht werden, unter welchen Voraussetzungen eine Freigabe von Gehwegen für den Radverkehr erfolgen kann. Relevante Einflussfaktoren wurden analysiert und Empfehlungen abgeleitet.
Aufgabenstellung
In vielen Städten sind die Flächen für den steigenden Anteil des Rad- und Fußverkehrs am Verkehrsaufkommen begrenzt. Im Auftrag der BASt erforschte das Fachgebiet Straßenplanung und Straßenbetrieb am Institut für Land- und Seeverkehr der TU Berlin, ob und unter welchen Bedingungen die Freigabe von Gehwegen für den Radverkehr erfolgen kann, ohne den Fußverkehr und dessen Qualität zu beeinträchtigen. Dabei wurde der Fokus auf die Freigabe von Gehwegen für den Radverkehr mit Zeichen 239 StVO „Sonderweg Fußgänger“ und Zusatzzeichen 1022-10 StVO „Radfahrer frei“ gelegt.
Untersuchungsmethode
Im Rahmen der Studie wurden Daten mit unterschiedlichen Methoden erfasst: In einer Feldstudie wurden in Berlin, Oranienburg und Hannover linienhafte Gehwege sowie flächenhafte Gehwege und Plätze betrachtet, die mittels Zusatzzeichen 1022-10 auch für den Radverkehr freigegeben sind. Für jeden der beiden Standorttypen wurden zeitgleich an je 4 ausgewählten Orten Beobachtungs- und Befragungsdaten erhoben. 244 Zufußgehende nahmen dabei an der Befragung teil. Es wurde ein Schema entwickelt, um die Interaktionen und etwaige Konflikte zwischen Zufußgehenden und Radfahrenden systematisch zu beschreiben. Die 6 Kategorien reichten von „passivem Miteinander“ bis hin zu „Unfall/Kollision“. (....)

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Quelle: Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt)

Stichwörter: Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt), Zusatzzeichen 1022 - 10 StVO  ‚Radfahrer frei‘, Gehwegfreigabe, Radverkehr, Fußverkehr, Verkehrssicherheit, Konflikte, Feldstudie, Virtuelle Realität, subjektive Sicherheit, Verkehrsflächenbreite, Interaktionen, Regelwerke

Berichte der Bundesanstalt für Straßen- und Verkehrswesen Mensch und Sicherheit Heft M 365:
E 365: Qualität von Flächen des Fußverkehrs bei Freigabe für den Radverkehr

Kategorie(n): Mobilität & Verkehr, Neue Publikationen