Pressemitteilung: Klimafreundliches Benzin für bestehende Autos und Tankstellen
CO₂‑Emissionen aus dem Strassenverkehr zählen nach wie vor zu den grössten Hürden auf dem Weg zu einer klimaneutralen Mobilität. Obwohl die Elektromobilität stetig an Bedeutung gewinnt, werden noch viele Jahre lang Millionen von Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor unterwegs sein, die weiterhin auf Benzin angewiesen sind. Empa-Forscherin Alessia Cesarini entwickelt deshalb ein klimafreundliches Benzin, das Emissionen unmittelbar senken kann – ohne Fahrzeuge oder Tankstelleninfrastruktur ersetzen zu müssen. Für diese Arbeit wurde ihr nun ein «Empa Entrepreneur Fellowship» verliehen. Mit diesem Fellowship unterstützt die Empa Forschende, die ihre wissenschaftlichen Erkenntnisse in marktfähige Produkte und tragfähige Geschäftsmodelle überführen wollen. Alessia Cesarini überzeugte die Jury mit einem hohen Mass an technologischer Innovation sowie einer klaren Strategie, die Technologie gemeinsam mit Industriepartnern schrittweise auf den Markt zu bringen. «Meine Karriere führte mich konsequent von der Forschung zur unternehmerischen Umsetzung meiner Ideen», sagt Cesarini. «Dieses Projekt baut auf meiner Forschung zu Katalysatoren für synthetische Treibstoffe und meiner Vision auf, CO₂ neutrale Mobilität wirtschaftlich tragfähig zu machen. Mein Ziel ist eine Lösung, die mit bestehenden Fahrzeugen und Infrastrukturen funktioniert – ökologisch wie ökonomisch nachhaltig.» Ein neuer Treibstoff für bestehende Motoren Im Zentrum des Projekts steht ein chemisches Verfahren namens Oligomerisierung, das erneuerbare Moleküle wie Ethylen oder Propylen in einen flüssigen Treibstoff umwandelt, der herkömmlichem (fossilem) Benzin sehr ähnlich ist. Eine zentrale Rolle spielt dabei eine patentierte Katalysatorfamilie, die von Cesarini entwickelt wurde. Diese Katalysatoren erhöhen die Effizienz des Prozesses und tragen dazu bei, den Energieverbrauch niedrig zu halten. Der erzeugte Treibstoff erreicht bereits eine Oktanzahl von 95 – ein entscheidender Richtwert für konventionelles Benzin. Erste Analysen deuten zudem darauf hin, dass der synthetische Treibstoff bei industrieller Produktion preislich mit fossilem Benzin mithalten kann. (....)
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