Pressemitteilung: Nationaler Wohlfahrtsindex legt 2024 zu – allerdings auch wegen sinkenden Energieverbrauchs durch schwache Konjunktur
Während die Wirtschaftsleistung im vergangenen Jahr zurückging, haben sich andere Indikatoren des gesellschaftlichen Wohlstands in Deutschland positiv entwickelt. Der Nationale Wohlfahrtsindex (NWI), ein Indikator zur Wohlstandsmessung über das Wirtschaftswachstum hinaus, ist 2024 um gut zwei Prozent gestiegen. Dahinter stecken aber nicht nur positive Entwicklungen. So hängen etwa die aufgrund des sinkenden Energieverbrauchs zurückgegangenen Umweltkosten auch mit der konjunkturellen Schwäche zusammen, die gleichzeitig Arbeitsplätze bedroht. Geld kann man nicht essen. Praktischen Nutzen stiftet es erst, wenn es ausgegeben wird. Wobei ein armer Mensch, der sich eine anständige Mahlzeit gönnen kann, mehr an Lebensqualität hinzugewinnt als ein reicher, der mit diesem Geld ein weiteres Luxusgut erwirbt. Dies und weitere Faktoren spiegeln sich nicht in der Zahl wider, die am häufigsten betrachtet wird, wenn es um den Wohlstand des Landes geht: das Bruttoinlandsprodukt (BIP). Um die Lage umfassender zu beschreiben, berechnen Dr. Benjamin Held und Dorothee Rodenhäuser vom Heidelberger FEST-Institut jedes Jahr den NWI. Gefördert wird die Arbeit vom Institut für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) der Hans-Böckler-Stiftung. Der NWI enthält als eine zentrale Komponente – wie das BIP – die Konsumausgaben, berücksichtigt darüber hinaus aber auch das Ausmaß der Einkommensungleichheit, Umweltbelastungen, Kriminalität, Verkehrsunfälle und vieles mehr, insgesamt 21 Komponenten. Die jüngste Auswertung zeigt: Gemessen am NWI war 2024 kein ganz schlechtes Jahr. Obwohl das BIP um 0,6 Prozent zurückging, legte der Index um 2,3 Prozent zu. (....)
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