Pressemitteilung: Neuer Ansatz für Stadtplanung mit weniger Autoverkehr und CO₂-Ausstoß
28.05.2026 – Die Stadtplanung muss die Treibhausgas-Emissionen in Angriff nehmen – und wichtig sind dabei weniger und kürzere Pendelwege mit dem Auto. Das lässt sich vor allem durch größere Nähe des Wohnortes zur City und zu Arbeitsplätzen erreichen, und damit wird gezielte bauliche Verdichtung zu einem entscheidenden Hebel. Stadt-weite Bevölkerungsdichte und Verkehrsanbindung sind von untergeordneter Bedeutung. Das sind Erkenntnisse aus einer neuen Studie in Environmental Research Letters, geleitet vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK) in Zusammenarbeit mit der University of California, Berkeley, der University of Sussex und weiteren Partnern. Anhand von zehn Millionen Mobilitätsdatenpunkten aus Berlin, Boston, Los Angeles, der San Francisco Bay Area, Rio de Janeiro und Bogotá konnte das Forschungsteam in nie zuvor erreichter Detailtiefe direkte Zusammenhänge zwischen städtischer Struktur und Autopendelverkehr sichtbar machen, über bloße Korrelationen hinaus. Der neu entwickelte Ansatz zeigt, wie Planende mithilfe von GPS-Daten, Verbindungsnachweisen und künstlicher Intelligenz ermitteln können, wo in einer Metropolregion eine bestimmte Maßnahme die größte Wirkung entfaltet. „Unser Modell macht die tatsächlichen Abhängigkeiten zwischen verschiedenen städtischen Faktoren sichtbar, schon bevor wir deren Wirkung im Einzelnen ermitteln“, erklärt Felix Wagner, der 2025 seine Doktorarbeit am PIK fertigstellte und die Studie im Rahmen seiner Promotion leitete. „Das verändert grundlegend, welche Empfehlungen man Planenden verantwortungsvoll geben kann. Das Wichtigste ist die Entfernung zu Stadtzentrum und Jobs. Und Verdichtung im städtischen Raum lässt sich nicht isoliert betrachten: Man muss verstehen, wie städtische Dichte mit sekundären Faktoren wie Anbindung, Erreichbarkeit und Wahl des Wohnstandorts zusammenhängt.“ (....)
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