Pressemitteilung: Null Promille für Lkw-Fahrer

• Verband der Motorjournalisten fordert strengere Regeln für Berufskraftfahrer / • Endlich mehr Parkraum schaffen für Ruhepausen / Stuttgart, 1. September 2021 – Die Unfallbilanz im ersten Halbjahr 2021 gibt Anlass zur Hoffnung. Um 12,3 Prozent ging die Zahl der ums Leben Gekommenen gegenüber dem Vorjahr zurück, die Zahl der Unfälle mit Personenschaden um 9,3 Prozent. Trotzdem will der VdM Verband der Motor- und Mobilitätsjournalisten auf eine Gattung von Verkehrsteilnehmern besonders blicken.

Viel zu oft passieren an Stauenden verheerende Unfälle. Fast ungebremst rasen Lkw auf stehende Fahrzeuge auf. Kamen im ganzen letzten Jahr bei diesem Unfallgeschehen 48 Lkw-Fahrer ums Leben, sind es in diesem ersten Halbjahr bereits 51. Die Crash-Serie, so scheint es, reißt nicht ab. Ursachen für diese schlimmen Unfälle sind häufig Ablenkung und Übermüdung, aber auch Alkohol.

Immer wieder kommt es vor, dass Lkw-Fahrer in ihren gesetzlich vorgeschriebenen Ruhezeiten Bier und Schnaps trinken. Der VdM fordert deshalb, die Promille-Grenze für Berufskraftfahrer auf null zu setzen – und zwar europaweit! Einhergehen muss das aber auch mit einer strengen Kontrollpraxis, die der Abschreckung dient. Darüber hinaus regt der VdM an, die Diskussion um den verbindlichen Einbau von Alkohol-Zündschlosssperren, den sogenannten Alkohol-Interlocks, weiterhin zu führen.

Um der Übermüdung vorzubeugen, fordert der VdM, das Parkplatzangebot für Lkw deutlich auszuweiten. Der Verband begrüßt deshalb ausdrücklich, dass das Bundesministerium für Verkehr und Digitale Infrastruktur (BMVI) im Frühsommer für den Ausbau von Parkplätzen ein Förderprogramm aufgelegt hat, das auch private Betreiber wie Autohöfe, Speditionen und Güterverkehrszentren nutzen können. Denn wie eine Erhebung des Ministeriums zeigt, fehlen deutlich zu viele Parkplätze, um ein Übernachten möglich zu machen. Laut BMVI stünden rund 73.000 Parkplätzen mehr als 95.000 Lkw gegenüber, die abends einen Abstellplatz suchen. Der VdM fordert deshalb Kommunen, Unternehmen und Autohöfe auf, hier schnell tätig zu werden. Aber auch den Bund will die Motorjournalisten-Organisation nicht aus der Pflicht nehmen, weiter direkt an Autobahnen für genügend Abstellmöglichkeiten zu sorgen.

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