Pressemitteilung: Weniger Züge machen den Bahnverkehr nicht pünktlicher - Reform-Agenda für die Schiene
Mit seinem ambitionierten Reformkonzept für die Schiene will der Bundesverkehrsminister für zufriedenere Kunden sorgen. Nach den ersten Personalentscheidungen soll eine Taskforce nun Vorschläge erarbeiten, um die Agenda des Ministers mit Leben zu füllen. Darunter: Die Optimierung des Angebots an hochbelasteten Knoten. Das lässt nichts Gutes erahnen. Die Knoten sind schuld. An der Unpünktlichkeit der Züge. Sie zu entlasten, sei „aus fachlicher Sicht unverzichtbar“. Weniger Züge in stark frequentierten Hauptbahnhöfen sei zwar ein „Tabubruch“, aber anders gehe es kurz- und mittelfristig nicht, wenn man das System stabilisieren wolle. Was vermeintliche und tatsächliche Fahrplanexperten seit geraumer Zeit diskutieren, findet zunehmend Widerhall in der Politik. Vom Bundeskanzler bis zum Bundesverkehrsminister postulieren Spitzenpolitiker in reichweitenstarken Medien die Parole „Mehr Pünktlichkeit durch weniger Züge“ und hoffen auf den Beifall von frustrierten und verspätungsgeplagten Bahnreisenden. Geframed wird das Ganze als neuer Realismus und „unideologische Verkehrspolitik“. CO2-Ziele? Verschieben! Verbrenner-Aus? Bitte später! Mehr Marktanteile für den Schienenverkehr zulasten von Straßen- und Flugverkehr? Stand in den vergangenen Jahrzehnten immer in Koalitionsvereinbarungen, nun aber nicht mehr. Stand schließlich nie wirklich im Zentrum der Verkehrspolitik. (....)
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