Pressemitteilung: Wie Europa auch CO₂-Entnahmen in seinem Emissionshandel steuern kann
31.03.2026 – Der von der Europäischen Union im Jahr 2005 gestartete Handel mit Rechten zum Ausstoß von CO₂ könnte eines Tages auch im großen Stil für dessen Zurückholen aus der Atmosphäre sorgen. Eine neue Modellstudie beziffert das Potenzial – und skizziert eine schrittweise Integration der CO₂-Entnahmen in das Handelssystem als den richtigen Weg, um Fehlanreize zu vermeiden. Die Industrie bekäme Planungssicherheit für unvermeidbare Rest-Emissionen. Die Studie dockt an Diskussionen in Brüssel zur künftigen Regulierung an. Sie wurde geleitet vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK) und publiziert in Joule. Wie Europa auch CO₂-Entnahmen in seinem Emissionshandel steuern kann Demnach könnte allein der bestehende EU-Emissionshandel für Energiewirtschaft und energieintensive Industrie die Anreize so setzen, dass die Firmen bis 2050 zwischen 68 und 86 Millionen Tonnen CO₂ jährlich aus der Atmosphäre zurückholen, je nach Kostenentwicklung. Das Forschungsteam nutzt das am PIK entwickelte Rechenmodell LIMES-EU, das Investitionsentscheidungen optimiert. Die Analyse bezieht sich auf die EU plus das Vereinigte Königreich und Norwegen. Und sie beschränkt sich auf zwei neuartige, aussichtsreiche Entnahme-Methoden: über Luftfilter-Systeme („Direct Air Capture“) und über das Verfeuern von Biomasse mit CO₂-Abscheidung („Bioenergy with Carbon Capture“). Akzeptanz der Klimapolitik kann profitieren „Das von uns bezifferte Entnahme-Potenzial wäre ein starker Beitrag zur Umsetzung der EU-Klimaziele“, sagt Darius Sultani, PIK-Forscher und Leitautor der Studie. „Sicherlich braucht es zudem auch spezielle Entnahme-Förderprogramme, um 2050 die Klimaneutralität zu schaffen und danach auch unterm Strich CO₂ zurückzuholen. Doch der fiskalische Spielraum ist begrenzt, und es liegt nahe, das marktwirtschaftliche Instrument des Emissionshandels gut zu nutzen. Wir zeigen, wie es gehen könnte – und dass es sogar die Akzeptanz der Klimapolitik stärkt.“ (....)
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Quelle: Potsdam Institute for Climate Impact Research (PIK) e. V.
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