Pressemitteilung: »Wir wollen Nebenflüsse schiffbarer machen« - Forschung Kompakt / 02. Dezember 2025

Die Binnenschifffahrt spielt in Europa bisher mit einem Anteil von rund sechs Prozent eine untergeordnete Rolle. Fraunhofer-Forschende wollen das im EU-Projekt CRISTAL gemeinsam mit 15 Partnern ändern. Wie der Einsatz digitaler Zwillinge und intelligenter Sensortechnologien dabei helfen kann, die Transportkapazitäten zu erhöhen und Logistikprozesse zuverlässig zu gestalten, erklären Björn Krämer und Tammo Märtens, Wissenschaftler am Fraunhofer-Institut für Materialfluss und Logistik IML, im Interview.
Warum wird die Binnenschifffahrt in vielen Regionen Europas zu wenig genutzt, obwohl sie als energieeffiziente und emissionsarme Transportart eine nachhaltige Alternative zum Straßen- und Schienenverkehr bietet?
Björn Krämer: In vielen europäischen Regionen erschweren eine unzureichend ausge-baute Infrastruktur der Wasserwege eine zuverlässige Nutzung. Hinzu kommen schwankende Wasserstände, die die Flüsse zeitweise unbefahrbar machen, sowie fehlende digitale Steuerungssysteme. Im Projekt CRISTAL (siehe unten) wollen wir unter anderem erreichen, dass der Güterverkehr auf Binnenwasserstraßen auch bei schlechten Wetterverhältnissen stattfinden kann. Unser Anspruch ist es, die Binnenschifffahrt attraktiver und zuverlässiger zu gestalten, sodass Unternehmen ihren Warentransport aufs Schiff verlagern. Der Anspruch des EU-Forschungsprojekts ist es, den Warentransport auf Binnenwasserstraßen zukünftig durch geeignete Maßnahmen um bis zu 20 Prozent zu erhöhen.
In welchen Regionen wollen Sie den Güterverkehr steigern und attraktiver machen?
Tammo Märtens: Wir fokussieren uns auf einige Flüsse abseits der Rhein-Main-Donau-Großschifffahrtsstraße: die Weichsel und die Oder in Polen, den Po in Italien und die Mosel und die Seine in Frankreich. Dort findet bislang wenig bis kein Güterverkehr statt. Unsere im Projekt entwickelten Demonstratoren ermöglichen künftig eine effizientere Routen- und Infrastrukturplanung auf diesen Binnenschifffahrtsstraßen, wie wir in Tests nachweisen konnten. Die Forschungsergebnisse lassen sich natürlich auf andere Binnenflüsse europaweit übertragen.
Mit welchen Herausforderungen wurden sie dort konfrontiert? (....)

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Quelle: Fraunhofer-Gesellschaft zur Förderung der angewandten Forschung e.V.

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Kategorie(n): Forschung & Transfer