Pressemitteilungen und Statements zum Digital-Gipfel 2026

Zum Digital-Gipfel: Fast alle Unternehmen wollen KI aus Deutschland / Deutschland schlecht auf KI-Boom vorbereitet / Digitalgipfel: Bundesregierung muss verbindlichen Fahrplan für Physical AI vorlegen / TÜV-Verband und TÜV AI.Lab legen Konzept zur Prüfung von Frontier-KI vor / Greenpeace zum Digitalgipfel der Bundesregierung

Bitkom - Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien e.V.: Zum Digital-Gipfel: Fast alle Unternehmen wollen KI aus Deutschland (02. November 2026 )
• 96 Prozent würden bevorzugt KI aus Deutschland nutzen, USA verlieren an Zuspruch
• Heute beginnt der Digital-Gipfel der Bundesregierung
Berlin, 02. November 2026 - Die deutsche Wirtschaft wünscht sich Künstliche Intelligenz aus Deutschland. 96 Prozent der Unternehmen würden bevorzugt KI-Anwendungen deutscher Anbieter nutzen. Allerdings sind mit 64 Prozent fast zwei Drittel nicht bereit, dafür Abstriche in Kauf zu nehmen, wie etwa einen höheren Preis oder geringeren Funktionsumfang. Das sind Ergebnisse einer repräsentativen Befragung von 603 Unternehmen ab 20 Beschäftigten im Auftrag des Digitalverbands Bitkom, die anlässlich des heute beginnenden Digital-Gipfels der Bundesregierung veröffentlicht werden. „Deutschland und Europa dürfen bei KI nicht nur Anwender sein, wir müssen auch Anbieter werden. Es gibt eine breite Nachfrage nach souveräner KI, aber entsprechende Angebote müssen unabhängig vom Standort des Anbieters im Wettbewerb bestehen“, sagt Bitkom-Präsident Dr. Ralf Wintergerst. „Dafür brauchen wir genügend Rechenkapazitäten, Zugang zu Daten, eine Regulierung, die Innovationen unterstützt und einen Staat, der als Vorreiter selbst KI aus Deutschland und Europa einsetzt. Vom Digital-Gipfel muss das klare Signal ausgehen, dass Deutschland KI nicht nur nutzen, sondern auch selbst entwickeln und wirtschaftlich erfolgreich machen will und dass die Politik dafür jetzt die richtigen Prioritäten setzt.“
https://www.bitkom.org/Presse/Presseinformation/Digital-Gipfel-Unternehmen-wollen-KI-aus-Deutschland

ifo Institut – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung an der Universität München e.V.: Deutschland schlecht auf KI-Boom vorbereitet (2. November 2026)
Deutschland fehlen laut ifo Institut wichtige Voraussetzungen, um das Wachstumspotenzial Künstlicher Intelligenz auszuschöpfen. Das besagen Ergebnisse einer Analyse im Auftrag der Industrie- und Handelskammer für München und Oberbayern, die in Kürze veröffentlicht wird. „Die Hightech-Branche ist noch zu klein, die Verwaltung ist zu wenig digitalisiert, das Bildungssystem passt sich nicht schnell genug an die Veränderungen durch KI an“, sagt Oliver Falck, Leiter des ifo Zentrums für Innovationsökonomik und digitale Transformation. 
Der IKT-Sektor (Informations- und Kommunikationstechnologien) trägt nur 4,6 Prozent zur Bruttowertschöpfung in Deutschland bei. Damit liegt der Anteil im unteren EU-Mittelfeld. Bei IKT-Dienstleistungen importierte Deutschland 2025 Leistungen im Wert von 11 Milliarden US-Dollar mehr, als es exportierte. „Kein anderes EU-Land ist im Bereich der Informations- und Kommunikationstechnologie stärker vom Ausland abhängig als Deutschland“, sagt ifo-Forscher Christian Pfaffl. 
https://www.ifo.de/pressemitteilung/2026-11-02/deutschland-schlecht-auf-ki-boom-vorbereitet

Bundesverband der Deutschen Industrie e. V. (BDI): Digitalgipfel: Bundesregierung muss verbindlichen Fahrplan für Physical AI vorlegen (02.11.2026)
Holger Lösch, stellvertretender BDI-Hauptgeschäftsführer: 
„Die Bundesregierung muss auf dem Digital-Gipfel einen verbindlichen Fahrplan für Rechenkapazitäten, Physical AI-Anwendungen und einen schnelleren Technologietransfer vorlegen. Deutschland droht bei Physical AI seine starke industrielle Ausgangsbasis durch zu langsame Investitionen und regulatorische Hürden zu verspielen.
Europas digitale Souveränität entscheidet sich daran, ob Physical AI hier entwickelt, skaliert und eingesetzt werden kann. Die Bundesregierung muss sich in Brüssel weiterhin dafür einsetzen, dass KI in Maschinen und Robotik nicht durch unnötige Bürokratie und Doppelregulierung ausgebremst wird. Der Digital-Omnibus muss hier ansetzen – etwa mit einer echten Rechtsgrundlage für KI im Datenschutzrecht. Nur wenn EU-Kommission, Rat und Parlament die Regeln klar voneinander abgrenzen und europaweit einheitlich umsetzen, kann Europa international wettbewerbsfähig bleiben.
https://bdi.eu/de/articles/presse/digitalgipfel-bundesregierung-muss-verbindlichen-fahrplan-fuer-physical-ai-vorlegen

TÜV-Verband e. V.: TÜV-Verband und TÜV AI.Lab legen Konzept zur Prüfung von Frontier-KI vor (02. November 2026)
Leistungsfähige KI-Modelle vor der Markteinführung eigenständig bewerten und digitale Souveränität sichern. Zum Digital-Gipfel legen TÜV AI.Lab und TÜV-Verband einen Vorschlag für den Aufbau einer unabhängigen Sicherheitsinfrastruktur für Frontier-KI vor.
Berlin, 02. November 2026 – Zum Digital-Gipfel der Bundesregierung legen TÜV-Verband und TÜV AI.Lab einen Vorschlag für den Aufbau einer unabhängigen Prüf- und Aufsichtsstruktur für Frontier-KI und autonome KI-Agenten vor. Deutschland und Europa müssen in der Lage sein, die Sicherheit dieser KI-Systeme eigenständig zu bewerten, unabhängig davon, wo diese entwickelt wurden. Nach Ansicht der TÜV-Organisationen sollten die KI-Modelle vor ihrer Markteinführung geprüft werden. Eine zentrale Rolle sollte künftig das deutsche KI-Sicherheitsinstitut (AISI) in Zusammenarbeit mit unabhängigen Prüforganisationen übernehmen. Ihren Vorschlag erläutern TÜV-Verband und TÜV AI.Lab in einem gemeinsamen Whitepaper.
https://www.tuev-verband.de/pressemitteilungen/tuev-verband-und-tuev-ailab-legen-konzept-zur-pruefung-von-hochleistungs-ki-vor

Greenpeace e.V.: Greenpeace zum Digitalgipfel der Bundesregierung (2. November 2026)
Berlin, 2. November 2026 – Bundesdigitalminister Karsten Wildberger (CDU) fordert mehr Tempo beim Ausbau der KI-Infrastruktur. Auf dem Digitalgipfel der Bundesregierung sprach sich Wildberger dafür aus, die Rechenzentrumskapazitäten in Deutschland bis 2030 zügig auszubauen. Matthias Lambrecht, Greenpeace-Experte für Wirtschaftspolitik mahnt, das Vertrauen in die neue Technologie nicht durch mangelnde Transparenz und ungeregelten Ressourcenverbrauch zu verspielen: 
"Minister Wildberger hat recht damit, dass der Ausbau von KI-Infrastruktur Vertrauen in die Fähigkeit der Demokratien voraussetzt, eine bessere Zukunft gestalten zu können. Das gilt ganz konkret für den Plan, die Kapazität der Rechenzentren in Deutschland bis 2030 zu verdoppeln. Die Bundesregierung steht in der Pflicht, den massiven Wasser- und Energieverbrauch der geplanten Rechenzentren transparent zu machen. Der Einsatz von KI soll in erster Linie den Menschen in Deutschland und Europa dienen, nicht den Geschäftsinteressen milliardenschwerer Tech-Bros aus den USA, die auch hierzulande den Ausbau der KI-Infrastruktur dominieren."
- Matthias Lambrecht, Greenpeace-Experte für Wirtschaftspolitik
https://presseportal.greenpeace.de/274055-greenpeace-zum-digitalgipfel-der-bundesregierung/

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Quellen: die oben genannten Quellen

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Kategorie(n): Märkte & Konjunktur