Pressemitteilungen und Statements zum Freihandelsabkommen zwischen der EU und Indien

EU und Indien schließen wegweisendes Freihandelsabkommen / Fragen und Antworten zum Freihandelsabkommen zwischen der EU und Indien / Handelsabkommen EU - Indien könnte bilateralen Handel um bis zu 65 Prozent steigern / Umfassender Marktzugang und tiefere wirtschaftliche Zusammenarbeit – Politischer Abschluss der Verhandlungen zu einem Freihandelsabkommen zwischen der EU und Indien / Landmark deal for EU-India trade / VDA-Kommentierung zum - EU-Indien Handelsabkommen / Luftfahrtindustrie im BDLI begrüßt Freihandelsabkommen mit Indien / Panter begrüßt Freihandelsabkommen mit Indien / Endlich ein Schritt voran / BDI zu EU-Indien-Freihandelsabkommen: Stärkung der wirtschaftlichen Souveränität der EU

Europäische Kommission: EU und Indien schließen wegweisendes Freihandelsabkommen (27.01.2026)
Die EU und Indien haben heute die Verhandlungen über ein historisches, ehrgeiziges und kommerziell bedeutsames Freihandelsabkommen (FHA) abgeschlossen, das größte Abkommen, das jemals von beiden Seiten geschlossen wurde. Sie wird die wirtschaftlichen und politischen Beziehungen zwischen den zweit- und viertgrößten Volkswirtschaften der Welt in einer Zeit zunehmender geopolitischer Spannungen und globaler wirtschaftlicher Herausforderungen stärken und ihr gemeinsames Engagement für wirtschaftliche Offenheit und regelbasierten Handel unterstreichen.
Die Präsidentin der Europäischen Kommission, Ursula von der Leyen, erklärte: „Die EU und Indien schreiben heute Geschichte und vertiefen die Partnerschaft zwischen den größten Demokratien der Welt. Wir haben eine Freihandelszone von 2 Milliarden Menschen geschaffen, von der beide Seiten wirtschaftlich profitieren werden. Wir haben ein Signal an die Welt gesendet, dass eine regelbasierte Zusammenarbeit immer noch großartige Ergebnisse liefert. Und das Beste ist, dass dies nur der Anfang ist – wir werden auf diesem Erfolg aufbauen und unsere Beziehung ausbauen, um noch stärker zu werden.“
https://ec.europa.eu/commission/presscorner/detail/de/ip_26_184

Europäische Kommission: Fragen und Antworten zum Freihandelsabkommen zwischen der EU und Indien (27.01.2026)
Warum hat die EU mit Indien ein Freihandelsabkommen (FHA) ausgehandelt?
Das Abkommen wird die wirtschaftlichen und politischen Beziehungen zwischen den beiden größten Demokratien der Welt in einer Zeit zunehmender geopolitischer Spannungen und globaler wirtschaftlicher Herausforderungen stärken.
Indien ist die viertgrößte Volkswirtschaft der Welt mit der größten Bevölkerung der Welt. Trotzdem sind die EU-Ausfuhren dort im Vergleich zu unseren Ausfuhren in andere Länder relativ gering. Dies ist unter anderem auf sehr hohe Zölle zurückzuführen.
Das Abkommen wird Zölle und Verwaltungslasten verringern und den Handel einfacher, billiger und schneller machen. Dies wird EU-Unternehmen und Landwirten helfen, mehr zu exportieren. Die EU-Exporte nach Indien unterstützen bereits 800.000 Arbeitsplätze in Europa, und das Exportwachstum kann noch mehr dazu beitragen.
Wie wird sich das Abkommen auf die EU-Ausfuhren auswirken?
Es wird erwartet, dass das Abkommen die EU-Exporte nach Indien verdoppeln wird. Darüber hinaus wird ein verbesserter Zugang zum indischen Dienstleistungsmarkt, insbesondere in den Bereichen Finanzdienstleistungen, Seeverkehrsdienstleistungen und anderen Schlüsselsektoren, neue Geschäftsmöglichkeiten eröffnen und die Schaffung von Arbeitsplätzen fördern. 
https://ec.europa.eu/commission/presscorner/detail/de/qanda_26_185

Kiel Institut für Weltwirtschaft: Handelsabkommen EU - Indien könnte bilateralen Handel um bis zu 65 Prozent steigern (27.01.2026)
Die Europäische Union und Indien stehen kurz vor dem Abschluss eines lange verhandelten Freihandelsabkommens, das zwei Wirtschaftsräume verbinden würde, die zusammen 21,1 Prozent der weltweiten Wirtschaftsleistung und 23,4 Prozent der Weltbevölkerung repräsentieren. Eine neue Analyse des Kiel Instituts für Weltwirtschaft zeigt: Eine vertiefte wirtschaftliche Integration könnte den bilateralen Handel um 41 bis 65 Prozent steigern, die realen Einkommen beider Seiten um 0,12–0,13 Prozent des BIP erhöhen und Abhängigkeiten mit risikoreicheren Märkten verringern – gerade in einer Phase zunehmender globaler Handelskonflikte.
Der Warenhandel zwischen der EU und Indien ist in den vergangenen zehn Jahren um fast 90 Prozent gewachsen. Allein 2024 exportierte die EU Waren im Wert von 48,8 Milliarden Euro nach Indien. Dennoch bleibt der Marktzugang für europäische Unternehmen stark eingeschränkt: Indische Zölle liegen in einigen Sektoren bei bis zu 150 Prozent, obwohl bereits rund 6.000 europäische Unternehmen in Indien tätig sind.
„Indien ist ein dynamischer Wachstumsmarkt, aber gleichzeitig stark abgeschottet“, sagt Julian Hinz, Forschungsdirektor am Kiel Institut für Weltwirtschaft. „Ein umfassendes EU-Indien-Freihandelsabkommen würde große Teile der Wirtschaft öffnen, Lieferketten stärken und geopolitische Risiken reduzieren.“
https://www.kielinstitut.de/de/publikationen/aktuelles/handelsabkommen-eu-indien-koennte-bilateralen-handel-um-bis-zu-65-prozent-steigern/

Bundesministerium für Wirtschaft und Energie: Umfassender Marktzugang und tiefere wirtschaftliche Zusammenarbeit – Politischer Abschluss der Verhandlungen zu einem Freihandelsabkommen zwischen der EU und Indien (27.01.2026)
Die EU und Indien haben heute am Rande des EU-Indien Gipfels in Neu-Delhi den politischen Abschluss der Verhandlungen über ein wegweisendes Freihandelsabkommen bekanntgegeben.
Bundesministerin für Wirtschaft und Energie Katherina Reiche: „Das Freihandelsabkommen zwischen der EU und Indien markiert einen nächsten großen Schritt für Europas wirtschaftliche Resilienz. Mit fast zwei Milliarden Menschen entsteht eine der größten Freihandelszonen der Welt. Das Abkommen macht deutlich: Europa handelt entschlossen und stellt seine Partnerschaften breiter auf. Davon profitiert unsere Exportwirtschaft – und Europas Position in der globalen Wirtschaft.“
Das Abkommen verbessert den Marktzugang zum indischen Markt insbesondere für die exportorientierten Branchen der deutschen Wirtschaft – darunter Maschinenbau, Chemie / Pharmazie, Elektrotechnik. Luft- und Raumfahrt sowie die Fahrzeug- und Zulieferindustrie. Nach vollständiger Umsetzung werden Zölle auf rund 96,6 % der EU-Ausfuhren nach Indien abgeschafft oder gesenkt. Darüber hinaus zielt das Abkommen darauf ab, bestehende Handelshemmnisse zu reduzieren und Verfahren im bilateralen Handel zu erleichtern, um den Marktzugang für Unternehmen praktikabler zu gestalten. Dies ist vor allem auch für mittelständische Unternehmen ein wichtiger Fortschritt.
https://www.bundeswirtschaftsministerium.de/Redaktion/DE/Pressemitteilungen/2026/01/20260127-freihandelsabkommen-zwischen-der-eu-und-indien.html

Association des Constructeurs Européens d’Automobiles (ACEA): Landmark deal for EU-India trade (27 January 2026)
Brussels, 27 January 2026 – The European Automobile Manufacturers’ Association (ACEA) welcomes the conclusion of negotiations for a free trade agreement (FTA) between the European Union and India.
The successful end to negotiations is a landmark moment in global trade relations. Running contrary to the global trend, this FTA is a strong statement of intent by both parties to furthering more open and mutually beneficial trade relations. 
It will greatly help European automobile exports enter a market of 4 million passenger cars that, until now, has been protected by prohibitively high import tariffs of up to 110%.
The agreement does come with important restrictions such as quota limitations and residual tariffs that will limit the potential benefit to some extent. However, a full assessment of the detailed terms of the deal will begin once the texts are published in the coming weeks.
https://www.acea.auto/press-release/landmark-deal-for-eu-india-trade/

Verband der Automobilindustrie e. V. (VDA): VDA-Kommentierung zum - EU-Indien Handelsabkommen (27. Januar 2026)
„Der erfolgreiche Abschluss der Verhandlungen zu einem Handelsabkommen zwischen der EU und Indien ist ein starkes Signal der Handlungsfähigkeit! Für beide Regionen und insbesondere für das Exportland Deutschland sowie die Unternehmen der deutschen Automobilindustrie ist das ein wichtiger Schritt. Damit wird ein dringend benötigter verbesserter Marktzugang in einem weltweit zunehmend protektionistischen Umfeld umgesetzt, auch wenn nicht sämtliche Hindernisse abgebaut werden. Begrüßenswert ist die vereinbarte schrittweise Zollsenkung für Fahrzeuge auf 10 Prozent für eine Quote von zunächst 250.000 Fahrzeugen sowie die vollständige Zollsenkung für Autoteile nach 5 bis 10 Jahren.  Das Abkommen ist ein wichtiger Schritt zur Vertiefung der Kooperation, schafft Verlässlichkeit und unterstreicht die partnerschaftliche Zusammenarbeit beider Regionen. Nun muss die EU das Abkommen zügig ratifizieren. Nicht nur die Automobilindustrie in der EU ist heute stärker denn je auf verlässliche Kooperationen mit und Märkte in Drittländern angewiesen. 
Indien ist für die deutsche Automobilindustrie ein zentraler Partner, ein wichtiger Produktionsstandort und wichtiger Zukunftsmarkt. Der bereits drittgrößte Pkw-Einzelmarkt der Welt bietet enormes Potenzial. Mit dem Abkommen werden hohe Einfuhrzölle wenigstens teilweise abgebaut. Ein an der wirtschaftlichen Entwicklung Indiens orientierter Zollabbau stärkt nicht nur den bilateralen Handel, sondern macht auch gegenseitige Investitionen deutlich attraktiver.
https://www.vda.de/de/presse/Pressemeldungen/2026/260127_VDA-Kommentierung_EU-Indien-Handelsabkommen

Bundesverband der Deutschen Luft- und Raumfahrtindustrie e.V. (BDLI): Luftfahrtindustrie im BDLI begrüßt Freihandelsabkommen mit Indien (27.01.2026)
Der BDLI begrüßt das Freihandelsabkommen der Europäischen Union mit Indien. Bereits heute arbeitet die deutsche Luft- und Raumfahrtindustrie in zahlreichen, erfolgreichen Projekten mit Indien zusammen. Das Abkommen bietet die Chance, diese Zusammenarbeit weiter auszubauen.
„Indien ist für die deutsche Luft-, Raumfahrt- und Verteidigungsindustrie ein wichtiger und dynamischer Zukunftsmarkt – als drittgrößter Luftfahrtmarkt weltweit. Daher begrüßen wir das engagierte Vorgehen der EU-Kommission. Unsere Branchen sehen in Indien einen wachsenden Absatzmarkt sowie hohe Potenziale in Entwicklung und Fertigung. Für unsere Unternehmen, insbesondere die stark mittelständisch geprägte Zulieferindustrie, ist ein offener, regelbasierter Handel die Voraussetzung, um an globalen Wertschöpfungsketten teilzunehmen. Wir unterstützen daher ausdrücklich alle Initiativen, die Marktöffnung mit hohen Standards bei Sicherheit, Nachhaltigkeit und Technologietransfer verbinden.“, betont Marie-Christine von Hahn, Hauptgeschäftsführerin des Bundesverbands der deutschen Luft- und Raumfahrtindustrie (BDLI).
https://www.bdli.de/meldungen/luftfahrtindustrie-im-bdli-begruesst-freihandelsabkommen-mit-indien

Sächsisches Staatsministerium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr (SN): Panter begrüßt Freihandelsabkommen mit Indien (27.01.2026)
Zum heute beschlossenen Freihandelsabkommen der EU mit Indien sagt Sachsens Wirtschaftsminister Dirk Panter:»Das Freihandelsabkommen zwischen der EU und Indien ist ein starkes Signal für offene Märkte, wirtschaftliche Vernunft und geopolitische Handlungsfähigkeit Europas. Gerade in Zeiten, wo bisherige Partner versuchen mit Zöllen bestehende Handelsstrukturen zu zerstören. Das Abkommen mit Indien eröffnet für Sachsen neue Chancen – gerade für unsere Automobil- und Zulieferindustrie, den Maschinenbau sowie die Chemie- und Pharmawirtschaft.
Ich habe im Herbst selbst in Indien erlebt, wie groß das Interesse an sächsischen Technologien, Investitionen und Kooperationen ist. Dieses Abkommen schafft nun verlässlichere Rahmenbedingungen für Handel, Wachstum und Arbeitsplätze – und es stärkt zugleich unsere Bemühungen, internationale Fachkräfte für Sachsen zu gewinnen.
https://www.medienservice.sachsen.de/medien/news/1094533

Bundesverband Großhandel, Außenhandel, Dienstleistungen (BGA) e. V.: Endlich ein Schritt voran (27.01.2026)
„Die Einigung mit Indien auf dieses so wichtige Abkommen kommt genau zur richtigen Zeit, endlich geht es einen Schritt voran. Nun hat die Kommission eine zweite Chance. Sie kann zeigen, dass sie die schwierige wirtschaftliche und weltpolitische Situation verstanden hat. Freihandelsabkommen helfen Europa, in dieser Lage besser zu bestehen. Jetzt darf dieses Abkommen nicht erneut wieder torpedieren und mit Vorschriften überfrachtet werden. Es muss schnellstmöglich ratifiziert werden“, fordert Dr. Dirk Jandura, Präsident des Bundesverbandes Großhandel, Außenhandel, Dienstleistungen (BGA), anlässlich der Vereinbarung eines Handelsabkommens der EU mit Indien.
„Durch das Abkommen mit einem unserer großen Handelspartner sinken die Zölle in den für uns Mittelständler wichtigen Branchen Maschinenbau, Chemie und Pharma. Das ist nicht die Lösung all unserer Probleme, aber ein Lichtblick nach den Jahren der Rezession. Wenn wir das Abkommen jetzt zügig umsetzen, kann das etwas Druck aus den turbulenten transatlantischen Handelsbeziehungen nehmen“, so der Unternehmer weiter.
https://bga.de/presse/pressemitteilung/endlich-ein-schritt-voran/

Bundesverband der Deutschen Industrie e. V. (BDI): BDI zu EU-Indien-Freihandelsabkommen: Stärkung der wirtschaftlichen Souveränität der EU (27.01.2026)
Zum Abschluss der politischen Verhandlungen des EU-Indien-Freihandelsabkommens äußert sich Wolfgang Niedermark, Mitglied der BDI-Hauptgeschäftsführung: „Der Abschluss der Verhandlungen stärkt die wirtschaftliche Souveränität der EU.“
„Der Abschluss der Verhandlungen stärkt die wirtschaftliche Souveränität der EU. Nach der politischen Abschlusserklärung müssen die nächsten Schritte zügig folgen, damit das Abkommen schnell in Kraft treten kann.
Indien ist ein Schlüsselpartner für die Diversifizierung der deutschen Wirtschaft. Das Abkommen schafft einen Markt mit 1,9 Milliarden Menschen, der fast ein Viertel des globalen BIP ausmacht.
Mit dem Abkommen gelingt ein wesentlicher Abbau der Importzölle, der nicht-tarifären Handelshemmnisse sowie eine Harmonisierung technischer Standards.
Die deutsche Industrie baut ihre Präsenz in Indien bereits aus und will mehr nach Indien exportieren. Bislang beträgt der Handel mit Indien nur 1,1 Prozent des weltweiten deutschen Außenhandels. Wir erwarten starke Impulse durch das Abkommen.
Vorteile ergeben sich vor allem für Schlüsselsektoren wie Maschinenbau, Chemie, Elektrotechnik, Luft- und Raumfahrt, aber auch für die Automobilindustrie und ihre Zulieferer.
Es handelt sich um ein „Living Agreement”, das heißt, es gibt diverse Übergangsklauseln.“
https://bdi.eu/presse/#/artikel/news/bdi-zu-eu-indien-freihandelsabkommen-staerkung-der-wirtschaftlichen-souveraenitaet-der-eu

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Quellen: die oben genannten Quellen

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Kategorie(n): Märkte & Konjunktur