Pressemitteilungen und Statements zum Industrial Accelerator Act (IAA)

Kommission schlägt Industrial Accelerator Act zur Stärkung der Industrie und zur Schaffung von Arbeitsplätzen in Europa vor / Drei Fliegen, kein Treffer: Europas Industriepolitik im Kompromissmodus / IAA will ensure most EVs sold in Europe will have batteries made in the EU, but loopholes threaten its impact / Industrial Accelerator Act (IAA) wird Herausforderungen nicht gerecht: / EU fördert Protektionismus / Wirtschaftliche Resilienz stärken, Wettbewerb und Kosteneffizienz sichern / “Abschottung ist kein Beschleuniger: Europas Industrie braucht Freiheit statt neuer Fesseln” - Aktuelle DIHK-Umfrage zu ‘Buy European’

Europäische Kommission: Kommission schlägt Industrial Accelerator Act zur Stärkung der Industrie und zur Schaffung von Arbeitsplätzen in Europa vor (04.03.2026)
Die Europäische Kommission hat heute einen Legislativvorschlag angenommen, um die Nachfrage nach CO2-armen, in Europa hergestellten Technologien und Produkten zu erhöhen. Der Industrial Accelerator Act (IAA) wird das verarbeitende Gewerbe ankurbeln, Unternehmen wachsen lassen und Arbeitsplätze in der EU schaffen und gleichzeitig die Einführung sauberer, zukunftsfähiger Technologien durch die Industrie unterstützen.
Im Einklang mit den Empfehlungen des Draghi-Berichts führt die IAA gezielte und verhältnismäßige „Made in EU“- und/oder CO2-arme Anforderungen an die Vergabe öffentlicher Aufträge und öffentliche Förderregelungen ein. Diese werden für ausgewählte strategische Sektoren gelten, insbesondere in den Bereichen Stahl, Zement, Aluminium, Pkw und Netto-Null-Technologien, und gleichzeitig einen Rahmen schaffen, der gegebenenfalls auf andere energieintensive Sektoren wie Chemikalien ausgeweitet werden kann. Dies wird die europäischen Produktionskapazitäten stärken und die Nachfrage nach in Europa hergestellten sauberen Technologien und Produkten ankurbeln. Das Gesetz sieht vor, dass die Mitgliedstaaten ein einheitliches digitales Genehmigungsverfahren einrichten müssen, um Fertigungsprojekte zu beschleunigen und zu vereinfachen.
https://ec.europa.eu/commission/presscorner/detail/de/ip_26_515

Kiel Institut für Weltwirtschaft: Drei Fliegen, kein Treffer: Europas Industriepolitik im Kompromissmodus (04.03.2026)
Dr. Finn Ole Semrau, stellvertretender wissenschaftlicher Leiter im Industrial Policy Lab (IP Lab) am Kiel Institut für Weltwirtschaft, kommentiert den Vorschlag der Europäischen Kommission zum Industrial Accelerator Act: 
"Ambitioniert gestartet, richtige Ziele: Der Industrial Accelerator Act (IAA) sollte die Green Transition in Europa beschleunigen, Wachstumssektoren stärken und eine Antwort auf die chinesische Industriepolitik sein – drei Fliegen mit einer Klappe. Das Ergebnis ist jedoch ein Entwurf, der keine dieser Erwartungen ausreichend erfüllt.
Die Diagnose ist korrekt. Europa verliert industriell an Boden. Während China mit gezielter Industriepolitik strategische Sektoren aufbaut, bleibt Europa genau dort zurück, wo die Märkte der Zukunft liegen. Der Handlungsbedarf ist real und dringend.
https://www.kielinstitut.de/de/publikationen/aktuelles/drei-fliegen-kein-treffer-europas-industriepolitik-im-kompromissmodus/

European Federation for Transport and Environment AISBL: IAA will ensure most EVs sold in Europe will have batteries made in the EU, but loopholes threaten its impact (March 4, 2026)
T&E's reaction to the proposed Industrial Accelerator Act.
• Local content rules are a positive step for Europe’s battery industry as corporate cars will be required to have local batteries
• But extending EV purchase subsidies to all FTA countries and requiring non-strategic components to be local, undermines its effectiveness.
From 2027, almost two-thirds of electric cars sold in the EU will be required to have batteries produced in Europe, according to local content rules announced today. T&E welcomed the proposed EU Industrial Accelerator Act (IAA) which defines made-in-EU criteria for EVs to be eligible for company car tax incentives. T&E said the draft law, if tightened by lawmakers, can support investment in a domestic battery industry and help make Europe’s supply chains more resilient against being weaponised by rivals.
https://www.transportenvironment.org/articles/iaa-will-ensure-most-batteries-in-evs-across-europe-will-be-made-in-the-eu

Verband der Automobilindustrie e. V. (VDA): Industrial Accelerator Act (IAA) wird Herausforderungen nicht gerecht:  (04. März 2026)
Entwurf weder Booster für Wettbewerbsfähigkeit noch Abkehr von übermäßiger Regulierung
EU verliert sich in immer mehr Regulierung – Standortattraktivität müsste stattdessen Top-Priorität sein – Protektionismus ist nicht die richtige Antwort auf die vielfältigen Herausforderungen – potenzielle Gegenmaßnahmen anderer Länder sind zu bedenken
Die EU-Kommission gibt mit dem heutigen Entwurf für den Industrial Accelerator Act (IAA) nicht die notwendigen Antworten auf die großen Herausforderungen für die europäische Industrie.
VDA-Präsidentin Hildegard Müller: „Der IAA wird in seiner jetzigen Form nicht dazu beitragen können, die Wettbewerbsfähigkeit der Industrie am Standort Deutschland und Europa maßgeblich zu stärken. Seine industriepolitische Wirkung wird leider äußerst begrenzt sein. Brüssel hat nach wie vor nicht erkannt, dass an umfassenden Reformen zur Stärkung der internationalen Wettbewerbsfähigkeit kein Weg vorbeiführt. Der IAA tut genau das aber nicht. Statt auf internationalen Handel, offene Märkte, weniger Regulierung und eine Verbesserung der Standortbedingungen zu setzen, fokussiert die Kommission mit ihrem Entwurf auf weitere Vorgaben und Regulierung.“
https://www.vda.de/de/presse/Pressemeldungen/2026/260304_PM_Industrial-Accelerator-Act--IAA-

Bundesverband Großhandel, Außenhandel, Dienstleistungen (BGA) e. V.: EU fördert Protektionismus (04.03.2026)
„Der Industrial Accelerator Act markiert eine echte Zäsur in der europäischen Handelspolitik. Die vorgesehene Beschleunigung der Verfahren – der eigentliche ‚Accelerator-Gedanke‘ –begrüßen wir ausdrücklich. Aber die geplante Ausgestaltung ist völlig falsch. Statt echter Beschleunigung droht am Ende zusätzliche Bürokratie. Einen weiteren Industrial Bureaucracy Act braucht niemand. Davon haben wir bereits genug. Neue Berichtspflichten, Kriterien und Nachweisanforderungen würden den administrativen Aufwand für Unternehmen weiter erhöhen und damit genau das Gegenteil dessen bewirken, was eigentlich erreicht werden soll. Europa braucht keine neue Regulierungskruste. Die größte Wirtschaftsbeschleunigung wäre ein konsequenter Bürokratieabbau“, kommentiert Dr. Dirk Jandura, Präsident des Bundesverbandes Großhandel, Außenhandel, Dienstleistungen (BGA), die Vorstellung des Industrial Accelerator Acts in Brüssel.
https://bga.de/presse/pressemitteilung/eu-foerdert-protektionismus/

BDEW Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft e.V.: Wirtschaftliche Resilienz stärken, Wettbewerb und Kosteneffizienz sichern (04.03.2026)
Mit Blick auf den von der EU-Kommission für heute angekündigten Industrial Accelerator Act, erklärt Kerstin Andreae, Vorsitzende der BDEW-Hauptgeschäftsführung: 
„Die Verbindung von europäischer Offenheit für den Handel mit einer stärkeren wirtschaftlichen Resilienz ist der richtige Ansatz. Der Schutz vor unfairem Wettbewerb, die Verringerung kritischer Abhängigkeiten – etwa bei Rohstoffen und Schlüsseltechnologien – sowie ein wirksamer Rahmen zur wirtschaftlichen Risikominderung sind auch für die Energie- und Wasserwirtschaft von zentraler Bedeutung. Resilienz ist vor allem dort sinnvoll, wo sicherheitsrelevante Abhängigkeiten bestehen und real verfügbare Alternativen vorhanden sind.
https://www.bdew.de/presse/wirtschaftliche-resilienz-staerken-wettbewerb-und-kosteneffizienz-sichern/

Deutscher Industrie- und Handelskammertag e.V. (DIHK): “Abschottung ist kein Beschleuniger: Europas Industrie braucht Freiheit statt neuer Fesseln” - Aktuelle DIHK-Umfrage zu ‘Buy European’ (04.03.2026)
DIHK-Außenwirtschaftschef Volker Treier zum Vorschlag des Industrial Accelerator Act (IAA): 
Mit dem Industrial Accelerator Act will die EU-Kommission Genehmigungsverfahren beschleunigen, strategische Industrien gezielt fördern und über „Buy European“-Vorgaben die heimische Produktion stärken. Ziel ist mehr Wettbewerbsfähigkeit und Resilienz in geopolitisch unsicheren Zeiten. Doch der Ansatz setzt stark auf Lokalisierungs- und Präferenzregeln – und birgt damit die Gefahr neuer bürokratischer Lasten, handelspolitischer Risiken und zusätzliche Hürden für Unternehmen.
„Die deutsche Industrie braucht jetzt vor allem das Signal, dass das Wirtschaften in Europa für alle einfacher und kostengünstiger wird. Branchenspezifische und kleinteilige Ansätze, die Bürokratie und Abschottung mit sich bringen, sind nicht der nötige Befreiungsschlag, den der Standort Europa braucht. Der Industrial Accelerator Act (IAA) greift vielmehr in unternehmerische Entscheidungen ein und sendet handelspolitisch die falsche Botschaft in die Welt. Wer Europa stärken will, darf wichtige Partner nicht vor den Kopf stoßen. 
https://www.dihk.de/de/newsroom/-abschottung-ist-kein-beschleuniger-europas-industrie-braucht-freiheit-statt-neuer-fesseln-aktuelle-dihk-umfrage-zu-buy-european--172014

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Quellen: die oben genannten Quellen

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Kategorie(n): Märkte & Konjunktur