Kiel Institut für Weltwirtschaft: Ein Zinsschritt ist angemessen – eine Zinsserie nicht (10.09.2026)
Lena Dräger, Forschungsdirektorin der Gruppe Monetäre Makroökonomie am Kiel Institut für Weltwirtschaft, kommentiert die erwartete Entscheidung der Europäischen Zentralbank (EZB), den Leitzins anzuheben:
„Die EZB dürfte bei ihrer Sitzung am 10. September 2026 den Einlagensatz um 25 Basispunkte auf 2,50 Prozent anheben. Dieser Schritt ist angemessen. Entscheidend ist jedoch die Kommunikation über den weiteren Zinspfad, denn das Datenbild hat sich seit Juni gedreht. Die Gesamtinflation im Euroraum stieg laut Eurostat-Schnellschätzung im August auf 3,3 Prozent nach 2,9 Prozent im Juli. Der Anstieg ist jedoch fast vollständig ein Energiepreiseffekt: Die Energiepreise stiegen im August um 14,3 Prozent nach 10,3 Prozent im Juli, während die Kerninflationsrate ohne Energie- und Lebensmittelpreise seit Juni unverändert bei rund 2,4 Prozent liegt. Sowohl die Preissteigerungen bei Dienstleistungen als auch bei Lebensmitteln sind seit Juni leicht zurückgegangen. Die im Juni befürchtete Ausweitung des Preisdrucks hat sich damit vorerst nicht realisiert.
https://www.kielinstitut.de/de/forschung/publikationen/aktuelles/ein-zinsschritt-ist-angemessen-eine-zinsserie-nicht/
ZEW – Leibniz-Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung GmbH Mannheim: ZEW-Ökonom Friedrich Heinemann zur EZB-Zinsentscheidung (10.09.2026)
„Absehbarer Exit von Schnabel und Lagarde macht weitere Zinsschritte wahrscheinlicher“ (September 2026)
Der EZB-Rat hat entschieden, den Zins für die Einlagefazilität um 0,25 Prozentpunkte zu erhöhen. Prof. Dr. Friedrich Heinemann, Leiter des Forschungsbereichs „Unternehmensbesteuerung und Öffentliche Finanzwirtschaft“ am ZEW Mannheim und Professor an der Universität Heidelberg, erklärt dazu:
„Die enttäuschend hohe Inflationsrate der Eurozone hat dem EZB-Rat jetzt keine andere Wahl gelassen. Allerdings ist unklar, ob und wann die nächste Zinserhöhung folgt. Je robuster sich die Wirtschaftslage in den kommenden Monaten darstellt, desto wahrscheinlicher werden weitere Zinserhöhungen. Auch die beginnende Personaldiskussion um Christine Lagarde und Isabel Schnabel dürfte eher in Richtung Zinserhöhung deuten. Wenn diese beiden führenden Akteure im EZB-Rat vor dem Exit stehen, spricht das eher für eine harte Haltung. Beide wollen in die Geschichtsbücher der Eurozone nicht als Zentralbanker eingehen, welche einer neuen Inflationsphase den Weg bereitet haben.“
https://www.zew.de/presse/pressearchiv/zew-oekonom-friedrich-heinemann-zur-ezb-zinsentscheidung
ifo Institut – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung an der Universität München e.V.: ifo Präsident Fuest: Zinserhöhung ist unvermeidlich (10. September 2026)
Die heute verkündete Zinserhöhung der EZB ist nach Einschätzung des ifo Präsidenten Clemens Fuest unvermeidlich. Die Inflation im Euroraum liege derzeit über 3 Prozent, sagt er. „In Deutschland ist die Inflation etwas niedriger. Angesichts einer Konjunktur, die trotz einiger Lichtblicke noch recht schwach ist, kommt die Zinserhöhung für Deutschland ungelegen“, sagt Fuest. „Die EZB hat aber den Auftrag, Geldpolitik für den ganzen Euroraum zu machen.“ Da auch die Kerninflation deutlich über zwei Prozent liege, habe die EZB handeln müssen.
Der EZB-Rat hat mit seiner heutigen Entscheidung den Zinssatz für die Einlagefazilität sowie die Zinssätze für die Hauptrefinanzierungsgeschäfte und für die Spitzenrefinanzierungsfazilität um jeweils 25 Basispunkte erhöht.
https://www.ifo.de/pressemitteilung/2026-09-10/ifo-praesident-fuest-zinserhoehung-ist-unvermeidlich
Die vollständigen Inhalte dieser Pressemitteilungen werden auf unserer Seite nicht angezeigt. Zum Lesen der Mitteilungen klicken Sie bitte auf die oben genannten Links. Quellen: die oben genannten Quellen |
Stichwörter: Pressemitteilungen und Statements zur EZB-Zinsentscheidung, EZB Zinsentscheidung, Kiel Institut für Weltwirtschaft Lena Dräger, Einlagensatz 2,50 Prozent, Energiepreiseffekt Inflation, Kerninflation 2,4 Prozent, Eurostat Schnellschätzung, ZEW Friedrich Heinemann, Exit Lagarde Schnabel, robuste Wirtschaftslage, ifo Clemens Fuest, Einlagefazilität 25 Basispunkte, Hauptrefinanzierungsgeschäfte, Spitzenrefinanzierungsfazilität
Kategorie(n): Märkte & Konjunktur