Pressemitteilungen zu den Konjunkturprognosen für Deutschland - März 2026

Frühjahrsprognose: Energiepreise nagen in Deutschland an mühsamer Erholung / Konjunktur aktuell: Ölpreisschock gefährdet Erholung in Deutschland / Konjunktur: RWI senkt Wachstumsprognose – Iran-Krieg treibt die Inflation / Deutscher Außenhandel mit schwächerem Jahresauftakt

Kiel Institut für Weltwirtschaft: Frühjahrsprognose: Energiepreise nagen in Deutschland an mühsamer Erholung (12.03.2026)
Die deutsche Wirtschaft bekommt zögerlich wieder Boden unter die Füße. Die Auftriebskräfte bleiben jedoch verhalten und werden zudem durch den jüngsten Anstieg der Energiepreise gedämpft. Das zeigt die aktuelle Frühjahrsprognose des Kiel Instituts. Demnach wird das Bruttoinlandsprodukt in diesem Jahr voraussichtlich um 0,8 Prozent zulegen, für das kommende Jahr steht ein Plus von 1,4 Prozent in Aussicht. Insgesamt geht die fast vierjährige Schwächephase nun allmählich in eine moderate Expansionsphase über, wobei vor allem die expansive Finanzpolitik für Impulse sorgt. Die Inflation zieht im Zuge steigernder Energiepreise im laufenden Jahr auf eine Rate von 2,5 Prozent an. Aber auch der Kerninflationsdruck bleibt im gesamten Prognosezeitraum deutlich über der 2-Prozentmarke.
https://www.kielinstitut.de/de/publikationen/aktuelles/fruehjahrsprognose-energiepreise-nagen-in-deutschland-an-muehsamer-erholung/

Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung Halle (IWH): Konjunktur aktuell: Ölpreisschock gefährdet Erholung in Deutschland (12. März 2026)
Weltweit höhere Energiepreise infolge des neuen Golfkriegs verschlechtern die Aussichten für die deutsche Konjunktur, auch wenn Mehrausgaben der öffentlichen Hand die gesamtwirtschaftliche Expansion in diesem und im kommenden Jahr stützen werden. Nach der Frühjahrsprognose des Leibniz-Instituts für Wirtschaftsforschung Halle (IWH) dürfte die Produktion im Jahr 2026 um 0,7% und im Jahr 2027 um 1% zunehmen. Ähnliche Expansionsraten sind auch für Ostdeutschland zu erwarten. Im Dezember waren die IWH-Konjunkturforscher von einem Zuwachs von 1% sowohl für 2026 als auch für 2027 ausgegangen.
Im Frühjahr 2026 kommt die Weltwirtschaft in unruhiges Fahrwasser, denn infolge des Kriegsausbruchs am Golf ist der Ölpreis (Brent) zuletzt auf über 100 US-Dollar je Barrel geklettert.
Der Preisschock trifft auf eine Weltwirtschaft, die sich bislang angesichts der drastischen US-Zollerhöhungen als bemerkenswert robust erwiesen hat.
https://www.iwh-halle.de/presse/pressemitteilungen/detail/konjunktur-aktuell-oelpreisschock-gefaehrdet-erholung-in-deutschland

RWI - Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung e.V. (RWI): Konjunktur: RWI senkt Wachstumsprognose – Iran-Krieg treibt die Inflation (12.03.2026)
Das RWI – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung korrigiert seine Konjunkturprognose für Deutschland nach unten. Zwar belasten die stark angestiegenen Energiepreise die deutsche Volkswirtschaft. Die wirtschaftliche Erholung setzt sich aber dennoch fort.
Das RWI-Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung hat seine Konjunkturprognose für Deutschland gesenkt. Die Wirtschaftsforscher erwarten für 2026 ein BIP-Wachstum von 0,9 Prozent und für 2027 von 1,2 Prozent. Gegenüber der Dezember-Prognose bedeutet dies eine Korrektur um 0,1 beziehungsweise 0,2 Prozentpunkte nach unten. Verantwortlich dafür ist der anhaltende Iran-Konflikt. Stark steigende Energiepreise machen in der Industrie nicht nur Vorprodukte und die Produktion teurer. Auch die Verbraucher geben mehr für Benzin, Diesel oder Gas aus – Geld, das an anderer Stelle fehlt.
Rückblickend auf das Jahr 2025 ist die deutsche Wirtschaft im vierten Quartal überraschend deutlich um 0,3 Prozent gewachsen. Treiber waren vor allem die staatlichen Ausgaben. So stiegen die öffentlichen Ausrüstungsinvestitionen um 38 Prozent gegenüber dem Vorquartal. Auch der private Konsum expandierte kräftig, obwohl die Erwerbstätigkeit zurückging.
https://www.rwi-essen.de/presse/wissenschaftskommunikation/pressemitteilungen/detail/konjunktur-rwi-senkt-wachstumsprognose-iran-krieg-treibt-die-inflation

Bundesverband Materialwirtschaft, Einkauf und Logistik e.V. (BME): Deutscher Außenhandel mit schwächerem Jahresauftakt (12.03.2026)
Der deutsche Außenhandel ist zu Beginn des Jahres 2026 spürbar zurückgegangen. Während die Exporte im Januar gegenüber dem Vormonat leicht sanken, gingen die Importe deutlich stärker zurück. Dadurch stieg der Handelsüberschuss.
Der deutsche Außenhandel hat im Januar 2026 einen Dämpfer erhalten. Nach vorläufigen Daten des Statistischen Bundesamtes wurden kalender- und saisonbereinigt Waren im Wert von 130,5 Milliarden Euro aus Deutschland exportiert. Gegenüber Dezember 2025 entspricht das einem Rückgang von 2,3 Prozent. Die Importe entwickelten sich noch schwächer. Sie sanken im selben Zeitraum um 5,9 Prozent auf 109,2 Milliarden Euro.
Trotz der rückläufigen Handelsströme erhöhte sich der Außenhandelsüberschuss. Die Handelsbilanz schloss im Januar mit einem Plus von 21,2 Milliarden Euro, nach 17,4 Milliarden Euro im Dezember. Im Vergleich zum Vorjahresmonat zeigt sich ein gemischtes Bild: Die Exporte lagen 0,6 Prozent über dem Niveau von Januar 2025, während die Importe 4,0 Prozent niedriger ausfielen.
https://www.bme.de/news/deutscher-aussenhandel-mit-schwaecherem-jahresauftakt/

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Quellen: die oben genannten Quellen

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Kategorie(n): Märkte & Konjunktur