Pressemitteilungen zum Konflikt im Nahen Osten vom 19-03-2026

Middle East conflict weighs further on slowing trade outlook / ECB staff macroeconomic projections for the euro area, March 2026 / Geldpolitische Beschlüsse / Preisschock beim Öl treibt Inflation in kommenden Monaten auf über 2,5 Prozent – aber Chancen auf Rückgang bis Jahresende / EZB darf sich vom Ölpreisschock nicht treiben lassen – Lehren aus 2022 richtig einordnen

World Trade Organization (WTO): Middle East conflict weighs further on slowing trade outlook (19 March 2026)
World trade is set to slow in 2026 following stronger than expected growth in 2025 on the back of surging trade in AI-enabling products. WTO economists warn that the ongoing conflict in the Middle East could further reduce trade growth if energy prices remain elevated, noting that it would also put pressure on food supplies and services trade due to travel and transport disruptions. Prospects could still improve if the conflict ends quickly and the boom in AI spending continues.
The latest "Global Trade Outlook and Statistics" released on 19 March provides a baseline growth scenario excluding energy price shocks, forecasting that global merchandise trade growth would slow to 1.9% in 2026 from 4.6% in 2025 as trade is expected to normalize following a surge in AI-related products and the frontloading of imports to avoid new tariffs. World merchandise trade volume is then projected to grow by 2.6% in 2027. Commercial services trade growth will ease to 4.8% in 2026 after this year's 5.3% rise, then accelerate again to 5.1% in 2027. Together, goods and services trade will grow 2.7% in 2026 compared with 4.7% in 2025. Global GDP growth is projected to moderate slightly from 2.9% in 2025 to 2.8% in both 2026 and 2027. 
However, a scenario where both crude oil and liquefied natural gas (LNG) prices remain elevated throughout 2026 would shave 0.3 percentage points off the GDP forecast for 2026; this would in turn slash 0.5 percentage points off the trade forecast for this year and up to 1.0 percentage point for regions dependent on energy imports. This would mean merchandise trade volumes would grow by just 1.4% in the high energy price scenario. Services trade would also grow at a slower rate of 4.1% in 2026.
https://www.wto.org/english/news_e/news26_e/stat_19mar26_329_e.htm

Europäische Zentralbank EZB: ECB staff macroeconomic projections for the euro area, March 2026 (19 March 2026)
Overview
The euro area economy remained resilient in 2025, despite uncertainty and trade policy shocks. Growth expectations were consistently revised up over the course of last year and the economy broadly maintained this positive momentum into the start of 2026. However, the war in the Middle East has brought renewed uncertainty and the economic outlook is clouded again. Disruptions to shipping through the Strait of Hormuz, a key route for global oil and liquefied natural gas (LNG) trade, together with attacks on energy infrastructure, have led to significant volatility in global energy markets and have pushed up oil and gas prices. The baseline staff projections are conditioned on the paths of futures prices for energy commodities at the time of the cut-off date of 11 March 2026.[1] These suggest quarterly average oil and gas prices will peak at around USD 90 per barrel and €50 per MWh respectively in the second quarter of 2026 and will then decline over the following quarters. In line with these assumptions, the baseline foresees a pick-up in inflation, which will dampen purchasing power, consumer spending and, hence, GDP growth, especially in the short term. Nevertheless, the future evolution of the conflict, its impact on energy prices, uncertainty and confidence, and the pass-through of the energy price shock to non-energy consumer prices remain highly uncertain. Therefore, the baseline projections are complemented by alternative, hypothetical scenarios which assume varying degrees of severity of the economic impact of the conflict on the euro area.
https://www.ecb.europa.eu/press/projections/html/ecb.projections202603_ecbstaff~ebe291cd3d.de.html

Europäische Zentralbank EZB: Geldpolitische Beschlüsse (19. März 2026)
Der EZB-Rat hat heute beschlossen, die drei Leitzinssätze der EZB unverändert zu belassen. Er ist entschlossen, dafür zu sorgen, dass sich die Inflation auf mittlere Frist beim Zielwert von 2 % stabilisiert. Der Krieg im Nahen Osten hat zu deutlich unsichereren Aussichten geführt. Er hat Aufwärtsrisiken für die Inflation und Abwärtsrisiken für das Wirtschaftswachstum zur Folge. Durch höhere Energiepreise wird sich der Krieg auf kurze Frist erheblich auf die Inflation auswirken. Die mittelfristigen Auswirkungen werden sowohl von der Intensität und der Dauer des Konflikts als auch davon abhängen, wie die Energiepreise auf die Verbraucherpreise durchschlagen und die Wirtschaft beeinträchtigen.
Der EZB-Rat ist gut gerüstet, um diese Unsicherheit zu bewältigen. Die Inflation liegt in der Nähe des Zielwerts von 2 %, die längerfristigen Inflationserwartungen sind fest verankert, und die Wirtschaft hat sich in den letzten Quartalen als widerstandsfähig erwiesen. Die in nächster Zeit eingehenden Daten werden den EZB-Rat dabei unterstützen, die Auswirkungen des Krieges auf die Inflationsaussichten und die damit verbundenen Risiken zu beurteilen. Der EZB-Rat beobachtet die Lage genau. Sein datengestützter Ansatz wird ihm dabei helfen, die Geldpolitik dementsprechend festzulegen.
https://www.ecb.europa.eu/press/pr/date/2026/html/ecb.mp260319~3057739775.de.html

Institut für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) der Hans-Böckler-Stiftung: Preisschock beim Öl treibt Inflation in kommenden Monaten auf über 2,5 Prozent – aber Chancen auf Rückgang bis Jahresende (19.03.2026)
Der durch den Irankrieg ausgelöste Preisschock bei Energie, insbesondere Öl, wird die Inflationsrate in Deutschland im ersten und zweiten Quartal 2026 auf merklich über 2,5 Prozent erhöhen. Dabei werden Alleinerziehende und Paarfamilien mit niedrigen und mittleren Einkommen durch den Ölpreisanstieg etwas stärker belastet als Alleinlebende und als Familien mit hohen Einkommen, weil in ihren Warenkörben Ausgaben für Auto-Kraftstoffe mehr Gewicht haben (konkrete Zahlen unten). Zu diesem Ergebnis kommt der neue IMK Inflationsmonitor. In welchem Maße die höheren Energiepreise auch weitere Waren und Dienstleistungen für unterschiedliche Haushalte verteuern, kann aktuell noch nicht detailliert abgeschätzt werden. Dauert der Krieg nicht länger als wenige Monate, könnten die Auswirkungen des Energiepreisschubs auf die Inflation insgesamt aber begrenzt bleiben. Konkret: Wird die Blockade der Straße von Hormus im Sommer wieder aufgehoben und bleibt die Öl- und Gasinfrastruktur der Golfstaaten weitgehend intakt, dürften die Rohöl- und Erdgaspreise im weiteren Jahresverlauf wieder auf ihre Niveaus von Ende 2025 zurückfallen, prognostiziert Dr. Silke Tober, Inflationsexpertin des IMK und Autorin des Inflationsmonitors. Hintergrund: Der bereits seit Jahren mit Sanktionen belegte Iran spielt für die Energieversorgung Deutschlands keine relevante Rolle. Daher ist der dauerhafte Effekt gering – anders als im Kontext des russischen Überfalls auf die Ukraine, als mit Russland ein wesentlicher Lieferant ausfiel.
https://www.imk-boeckler.de/de/pressemitteilungen-15992-preisschock-beim-oel-treibt-inflation-an-75466.htm

Kiel Institut für Weltwirtschaft: EZB darf sich vom Ölpreisschock nicht treiben lassen – Lehren aus 2022 richtig einordnen (19.03.2026)
Lena Dräger, Forschungsdirektorin der Gruppe Monetäre Makroökonomie am Kiel Institut für Weltwirtschaft, kommentiert die erwartete Entscheidung der Europäischen Zentralbank (EZB), den Leitzins heute konstant zu lassen: 
„Die EZB sollte bei ihrer Sitzung am 19. März 2026 die Leitzinsen unverändert lassen – und sich nicht von den jüngsten Turbulenzen an den Energiemärkten zu vorschnellen Reaktionen verleiten lassen. Mit einem Einlagensatz von 2,0 Prozent befindet sich die Geldpolitik heute in etwa im neutralen Bereich, während die Inflation zuletzt leicht unter dem Ziel lag.
Der Ölpreisanstieg infolge des Krieges im Iran – zuletzt auf über 100 US-Dollar je Barrel – erinnert an den Energieschock nach dem russischen Angriff auf die Ukraine im Jahr 2022. Doch der Vergleich zeigt vor allem, wie unterschiedlich die geldpolitischen Ausgangsbedingungen sind.
https://www.kielinstitut.de/de/publikationen/aktuelles/ezb-darf-sich-vom-oelpreisschock-nicht-treiben-lassen-lehren-aus-2022-richtig-einordnen/

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Quellen: die oben genannten Quellen

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Global Trade Outlook and Statistics - March 2026 - World Trade Organization (WTO)

IMK Inflationsmonitor - Kraftstoffpreise bereits im Februar spürbar gestiegen, deutsche Inflation sinkt dennoch auf 1,9 % - Institut für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) 

Kategorie(n): Märkte & Konjunktur