Bundesministerium für Wirtschaft und Energie: Die wirtschaftliche Lage in Deutschland im Juni 2025 (13.06.2025)
Die gesamtwirtschaftliche Dynamik im ersten Quartal fiel mit einem preis-, saison- und kalenderbereinigten Anstieg des BIP um 0,4 % ggü. dem Vorquartal etwas stärker aus als zunächst gemeldet. Neben einer fortgesetzten Erholung des privaten Konsums und einer Belebung der Investitionstätigkeit haben dabei auch Vorzieheffekte bei der Exportentwicklung im Zusammenhang mit den angekündigten US-Zöllen eine Rolle gespielt. Aktuelle Stimmungsindikatoren befinden sich noch auf einem niedrigen Niveau und zeigen ein uneinheitliches Bild; die Unsicherheit bezüglich der US-Handelspolitik bleibt sehr hoch. Daher ist trotz einer erwarteten stabilisierenden Entwicklung des privaten Konsums eine erneute, außenwirtschaftlich bedingte Abschwächung der deutschen Wirtschaft im weiteren Jahresverlauf nicht auszuschließen.
• Die Produktion im Produzierenden Gewerbe ging im April preis-, kalender- und saisonbereinigt gegenüber dem Vormonat um 1,4 % zurück, nachdem sie im März spürbar zugelegt hatte. Dabei verzeichneten sowohl die Industrie- (-1,9 %) als auch die Energieproduktion (-1,6 %) Rückgänge; lediglich die Bauproduktion stieg mit einem Plus von 1,4 % deutlich. Die Auftragseingänge im Verarbeitenden Gewerbe konnten im gleichen Zeitraum hingegen abermals zulegen und verzeichneten einen etwas schwächeren Zuwachs um 0,6 %. Die in einigen Wirtschaftszweigen stark schwankende Entwicklung dürfte auch Ausdruck der handelspolitischen Verwerfungen infolge der US-Zollpolitik sein.
• Die preisbereinigten Umsätze im Einzelhandel (ohne Kfz) sind im April um 1,1 % ggü. dem Vormonat gesunken, nachdem sie für März kräftig auf +0,9 % ggü. dem Vormonat nach oben revidiert wurden. Gegenüber April 2024 meldete der Einzelhandel ein reales Umsatzplus von 2,3 %. Neuzulassungen von Pkw insgesamt sind im Mai nach einem kräftigen Plus im Vormonat um 5,6 % zurückgegangen; im aussagekräftigeren Dreimonatsvergleich nahmen sie um 2,4 % ab. Gegenüber Mai 2024 kam es zu einem Anstieg von 1,2 %. Die aktuellen Frühindikatoren für die Konsumentwicklung zeigen überwiegend eine Aufhellung der nach wie vor gedrückten Verbraucherstimmung.
• Die Inflationsrate stagnierte im Mai bei +2,1 %. Vergleichsweise hoch blieb der Preisdruck seitens der Nahrungsmittel mit 2,8 %, während die Energiepreise im Vergleich zum Vorjahr spürbar um 4,6 % zurückgingen. Die Kernrate verringerte sich im Mai leicht auf 2,8 %. Im weiteren Verlauf dürfte sich die Inflation auf dem aktuellen Niveau stabilisieren. Den moderaten Auftriebstendenzen bei den Energie- und Rohstoffpreisen stehen weniger dynamische Tariflohnsteigerungen und eine gedämpfte gesamtwirtschaftliche Nachfrage entgegen.
• Nach einer schwachen Frühjahrsbelebung zeichnet sich auch für das zweite Quartal noch keine Belebung am Arbeitsmarkt ab. Die Arbeitslosigkeit ist im Mai saisonbereinigt um 34 Tsd. Personen gestiegen und die Erwerbstätigkeit hat im April mit einem Plus von lediglich 3 Tsd. Personen nahezu stagniert. Die Frühindikatoren haben sich im Mai leicht verbessert, deuten jedoch auf eine weiterhin verhaltene Arbeitsmarktentwicklung hin.
• Die Zahl der Unternehmensinsolvenzen ist nach amtlichen Daten im März 2025 um 3,6 % gegenüber dem Vormonat gesunken, jedoch um 10,6 % gegenüber März 2024 angestiegen. Für das erste Quartal 2025 wurden damit insgesamt 13,1 % mehr Insolvenzen verzeichnet als im Vorjahrszeitraum. Der IWH-Insolvenzmonitor für Personen- und Kapitalgesellschaften weist im Mai 2025 einen Rückgang von 9,1 % ggü. dem Vormonat aus. Im Vergleich zum Mai 2024 ist ein Anstieg um 17,0 % zu verzeichnen.
https://www.bmwk.de/Redaktion/DE/Pressemitteilungen/Wirtschaftliche-Lage/2025/20250613-die-wirtschaftliche-lage-in-deutschland-im-juni-2025.html
Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung e.V. (DIW Berlin): Erste Lichtblicke für deutsche Wirtschaft – DIW Berlin korrigiert Prognose deutlich nach oben (13.06.2025)
Wirtschaft in Deutschland dürfte in diesem Jahr moderat um 0,3 Prozent und im kommenden Jahr deutlich um 1,7 Prozent zulegen, 0,2 beziehungsweise 0,6 Prozentpunkte mehr als im Frühjahr prognostiziert – Investitionspaket und bessere Finanzierungsbedingungen werden Konjunktur wohl merklichen Schub verleihen – US-Handelspolitik belastet deutschen Außenhandel und Weltwirtschaft
Nach einem schwungvollen Start ins Jahr 2025 wird die deutsche Wirtschaft – nach einer kleinen Wachstumsdelle – dank des Investitionspaket ab Ende des Jahres wohl Fahrt aufnehmen. Auftrieb verliehen ihr im ersten Quartal vor allem ein anziehender privater Konsum und starke Exporte. Letztere waren den Vorzieheffekten als Reaktion auf die anstehenden US-Zölle geschuldet. Auch im zweiten Quartal dürfte beides die deutsche Wirtschaft noch beleben, wenn auch die Vorzieheffekte langsam ausklingen und die zunehmenden Handelshemmnisse zum Tragen kommen. Im zweiten Halbjahr kühlt die deutsche Konjunktur wohl zunächst etwas ab. Die Unsicherheiten durch die US-Handelspolitik, weiterhin bestehende strukturelle Probleme der deutschen Wirtschaft und Angst vor Arbeitsplatzverlust dürften dann wieder durchschlagen. Zwar wird die Außenwirtschaft voraussichtlich im weiteren Prognoseverlauf weiter dämpfend wirken, doch die in diesem Jahr beschlossenen umfangreichen finanzpolitischen Maßnahmen entfalten langsam Wirkung und die deutsche Wirtschaft wird wohl zum Jahreswechsel und im kommenden Jahr dadurch deutlich an Fahrt gewinnen.
https://www.diw.de/de/diw_01.c.956685.de/erste_lichtblicke_fuer_deutsche_wirtschaft_____diw_berlin_korrigiert_prognose_deutlich_nach_oben.html
ifo Institut – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung an der Universität München e.V.: Wachstumsziel von zwei Prozent mit Reformen erreichbar (13.06.2025)
ifo Präsident Clemens Fuest hält das Wachstumsziel der Bundesregierung für grundsätzlich erreichbar. Damit ein Wirtschaftswachstum von zwei Prozent möglich ist, müsste die Politik allerdings einige Reformen umsetzen. „Geld allein reicht nicht“, sagt Fuest. „Es gibt zu viele Stolpersteine. Deutschland braucht eine Reformbereitschaft in mehreren Bereichen. “Fuest zitiert den Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung. Dieser schätzt, dass bei einer Konzentration der zusätzlichen Staatsausgaben auf Investitionen das Wachstum im Zeitraum 2026-2030 sogar bei durchschnittlich bis zu 2,3% liegen könnte. Essenziell ist seiner Meinung nach allerdings, die öffentlichen Investitionen mit zusätzlichen Reformen zu verbinden.
https://www.ifo.de/pressemitteilung/2025-06-13/wachstumsziel-von-zwei-prozent-mit-reformen-erreichbar
Statistisches Bundesamt (Destatis): Inflationsrate im Mai 2025 bei +2,1 % (13.06.2025)
Inflationsrate stabilisiert sich vor allem wegen weiter fallender Energiepreise
Pressemitteilung Nr. 208 vom 13. Juni 2025
Verbraucherpreisindex, Mai 2025: • +2,1 % zum Vorjahresmonat (vorläufiges Ergebnis bestätigt)
• +0,1 % zum Vormonat (vorläufiges Ergebnis bestätigt)
Harmonisierter Verbraucherpreisindex, Mai 2025:• +2,1 % zum Vorjahresmonat (vorläufiges Ergebnis bestätigt)
• +0,2 % zum Vormonat (vorläufiges Ergebnis bestätigt)
WIESBADEN – Die Inflationsrate in Deutschland – gemessen als Veränderung des Verbraucherpreisindex (VPI) zum Vorjahresmonat – lag im Mai 2025 bei +2,1 %. Im April 2025 hatte sie ebenfalls bei 2,1 % gelegen, zuvor nur knapp darüber (März 2025: +2,2 %, Januar und Februar 2025: jeweils bei +2,3 %). "Die Inflationsrate hat sich stabilisiert, vor allem wegen der weiterhin fallenden Energiepreise", sagt Ruth Brand, Präsidentin des Statistischen Bundesamtes (Destatis). "Inflationstreibend wirkte dagegen auch im Mai der Preisauftrieb bei Nahrungsmitteln und Dienstleistungen." Gegenüber dem Vormonat April 2025 stiegen die Verbraucherpreise im Mai 2025 um 0,1 %.
https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2025/06/PD25_208_611.html
Statistisches Bundesamt (Destatis): Großhandelspreise im Mai 2025: +0,4 % gegenüber Mai 2024 (13.06.2025)
Pressemitteilung Nr. 210 vom 13. Juni 2025
Großhandelsverkaufspreise, Mai 2025
• +0,4 % zum Vorjahresmonat
• -0,3 % zum Vormonat
WIESBADEN – Die Verkaufspreise im Großhandel waren im Mai 2025 um 0,4 % höher als im Mai 2024. Im April 2025 hatte die Veränderungsrate gegenüber dem Vorjahresmonat bei +0,8 % gelegen, im März 2025 bei +1,3 %. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) weiter mitteilt, fielen die Großhandelspreise im Mai 2025 gegenüber dem Vormonat April 2025 um 0,3 %.
Großhandelspreise insgesamt und Großhandel mit Mineralölerzeugnissen
https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2025/06/PD25_210_61281.html
Statistisches Bundesamt (Destatis): Beantragte Regelinsolvenzen im Mai 2025: -0,7 % zum Vorjahresmonat (13.06.2025)
1. Quartal 2025: 13,1 % mehr Unternehmens- und 6,3 % mehr Verbraucherinsolvenzen als im 1. Quartal 2024
WIESBADEN – Die Zahl der beantragten Regelinsolvenzen in Deutschland ist nach vorläufigen Angaben des Statistischen Bundesamtes (Destatis) im Mai 2025 um 0,7 % gegenüber dem Vorjahresmonat gesunken. Das war der erste Rückgang dieses Frühindikators im Vorjahresvergleich seit März 2023 (-3,4 % gegenüber März 2022). Bei den Ergebnissen ist zu berücksichtigen, dass die Anträge erst nach der ersten Entscheidung des Insolvenzgerichts in die Statistik einfließen. Der tatsächliche Zeitpunkt des Insolvenzantrags liegt in vielen Fällen annähernd drei Monate davor.
https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2025/06/PD25_209_52411.html
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Kategorie(n): Märkte & Konjunktur