Statements und Forderungen der Verbände zur Spritpreisbremse der Bundesregierung in Folge des Iran-Nahost-Konflikts

Quartalsbericht der Markttransparenzstelle für Kraftstoffe veröffentlicht / Mittelständischer Straßengüterverkehr macht politischen Handlungsdruck bei Infrastruktur, Wettbewerb, Bürokratie und Kosten deutlich / bdo fordert weitere Entlastungen und wirksamere Marktaufsicht / Kraftstoffpreise in vielen EU-Staaten stärker als in Deutschland gestiegen

Bundeskartellamt: Quartalsbericht der Markttransparenzstelle für Kraftstoffe veröffentlicht (27.03.2026)
Das Bundeskartellamt hat heute den Quartalsbericht der Markttransparenzstelle für Kraftstoffe („Kraftstoff-News“) veröffentlicht. Die wichtigsten Inhalte: 
Im Zuge der Iran-Eskalation stiegen die Kraftstoffpreise an den Tankstellen ab Ende Februar sprunghaft an: Der E5/E10-Preis ist vom 28. Februar bis zum 25. März um ca. 27,8 Cent pro Liter angestiegen: E5 kostete zuletzt 2,122 Euro und E10 2,065 Euro. Diesel wurde in diesem Zeitraum sogar um ca. 51,4 Cent teurer und kostete zuletzt 2,267 Euro pro Liter.
Auffallend ist die Entkopplung der Großhandelspreise bei Diesel vom Rohölpreis. Im Zuge der Iran-Eskalation haben sich diese Abstände signifikant erhöht – nicht so zu sehen bei Benzin. Am 19. März lag die Preissteigerung bei Diesel im Großhandel ca. 25 Cent über der Preissteigerung beim Rohöl. Jüngst stieg die Entkopplung an einem einzigen Tag – vom 18. auf den 19. März – um 10 Cent an.
Auffallend ist ebenfalls der Zeitverzug, mit dem Preiserhöhungen und Preissenkungen an die nächste Handelsstufe weitergegeben werden. In der Vergangenheit gab es immer wieder Hinweise darauf, dass höhere Kosten an Tankstellen meist sofort, fallende Kosten eher verzögert weitergegeben wurden (Rakete-Feder-Effekt). Mit Blick auf die Iran-Krise gibt es dahingehend noch keine eindeutigen Befunde: Nach den raschen Preissteigerungen (der Rakete) war um den 10. März ein erheblicher Rückgang beim Rohölpreis zu verzeichnen, der aber nur kurzzeitig hielt. In diesem Zusammenhang sanken auch die Großhandelspreise stark ab. Die Tankstellenpreise folgten mit leichter Verzögerung.
https://www.bundeskartellamt.de/SharedDocs/Meldung/DE/Pressemitteilungen/2026/03_27_2026_Quartalsbericht.html

Bundesverband Güterkraftverkehr Logistik und Entsorgung e.V. (BGL): Mittelständischer Straßengüterverkehr macht politischen Handlungsdruck bei Infrastruktur, Wettbewerb, Bürokratie und Kosten deutlich (27. März 2026)
Berlin/Frankfurt am Main, 27. März 2026 – Bei der BGL-Politikarena 2026 in Berlin haben Unternehmerinnen und Unternehmer aus dem Straßengüterverkehr deutlich gemacht: Der Mittelstand steht unter massivem wirtschaftlichem Druck und braucht jetzt konkrete Entlastungen, verlässliche Rahmenbedingungen und Investitionen in die Straße. Im Mittelpunkt standen die drei zentralen Themen der Veranstaltung: das schleichende Sterben im mittelständischen Transportgewerbe, der notwendige Bürokratieabbau und die Bekämpfung des Fahrermangels sowie der Finanzierungskreislauf Straße mit Blick auf Infrastruktur und Klimaschutz.
In der Diskussion wurde klar: Anhaltend hohe Dieselpreise, die doppelte Belastung durch CO₂-Kosten an Tankstelle und in der Maut belasten viele Unternehmen massiv. Aus Sicht der Betriebe verschlechtern sich damit die Wettbewerbsbedingungen deutscher Transportunternehmen im europäischen Markt weiter. Der Bundesverband Güterkraftverkehr Logistik und Entsorgung (BGL) e.V. bekräftigte deshalb seine Forderung nach fairen Wettbewerbsbedingungen und konkreter Entlastung für den gewerblichen Güterkraftverkehr.
https://www.bgl-ev.de/bgl-politikarena-strassengueterverkehr-fordert-strukturelle-veraenderungen-und-konkrete-entlastungen/

bdo Bundesverband Deutscher Omnibusunternehmen e.V.: bdo fordert weitere Entlastungen und wirksamere Marktaufsicht (27.03.2026)
Die anhaltend hohen Kraftstoffpreise belasten die Busbranche weiterhin stark. Der bdo begrüßt erste Maßnahmen der Bundesregierung, sieht jedoch weiteren Handlungsbedarf und fordert zusätzliche Entlastungen sowie eine wirksamere Marktaufsicht, um die wirtschaftliche Stabilität der Unternehmen und ein verlässliches Verkehrsangebot zu sichern.
Die anhaltend hohen Kraftstoffpreise setzen die deutsche Busbranche weiterhin erheblich unter Druck. Der Bundesverband Deutscher Omnibusunternehmen (bdo) begrüßt zwar die jüngst von der Bundesregierung beschlossenen Maßnahmen als erste wichtige Schritte, sieht jedoch weiterhin dringenden politischen Handlungsbedarf.
https://www.bdo.org/presse/pressemitteilungen/27-03-2026-bdo-fordert-weitere-entlastungen-und-wirksamere-marktaufsicht

UNITI Bundesverband EnergieMittelstand e.V.: Kraftstoffpreise in vielen EU-Staaten stärker als in Deutschland gestiegen (27.03.2026)
Hohe Kraftstoffpreise infolge des Krieges am Persischen Golf belasten Autofahrer und Unternehmen. Eine aktuelle UNITI-Analyse der Preisniveaus für Diesel und Super 95 in der EU zeigt: Die Kraftstoffpreise vor Steuern und Abgaben sind in zahlreichen EU-Ländern bis zum Stichtag 23. März 2026 prozentual stärker gestiegen als in Deutschland. In der Spitzengruppe der EU liegt Deutschland dagegen bei der Belastung von Kraftstoffen mit Steuern und Abgaben.
Deutschland bei Preissteigerung im EU-Vergleich auf Platz 17 beim Diesel und Platz 16 bei Super 95
Eine Analyse von Daten des von der Europäischen Kommission veröffentlichten Weekly Oil Bulletin zeigt, dass die Kraftstoffpreise vor Steuern und Abgaben an Tankstellen in Deutschland vom 23. Februar 2026 (vor dem Ausbruch des Kriegs am Persischen Golf) bis zu 23. März 2026 für Diesel um rund 40 Prozent und für Super 95 um rund 29 Prozent gestiegen sind. Im Vergleich der Preisanstiege für Kraftstoffe liegt Deutschland damit auf den Plätzen 17 (Diesel) und 16 (Super 95) von 27 EU-Mitgliedsländern. Die prozentualen Steigerungen etwa in den Nachbarländern Tschechien (+ 66 % für Diesel, + 43 % für Super 95), Polen (+ 61 % für Diesel, + 37 Prozent für Super 95) oder Frankreich (+ 50 % für Diesel, + 30 Prozent für Super 95) sind höher ausgefallen.
https://www.uniti.de/kommunikation/pressemitteilungen/artikel/kraftstoffpreise-in-vielen-eu-staaten-staerker-als-in-deutschland-gestiegen

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Quellen: die oben genannten Quellen

Stichwörter: Statements und Forderungen der Verbände zur Spritpreisbremse der Bundesregierung in Folge des Iran-Nahost-Konflikts, Kraftstoffpreise, Iran‑Eskalation, Dieselpreisanstieg, Großhandelspreise, Rakete‑Feder‑Effekt, Mittelstand Verkehr, Wettbewerbsbedingungen, Busbranche, EU‑Preisvergleich, CO₂‑Belastung

Kategorie(n): Märkte & Konjunktur