Explortal-Logistics - Newsletter: Aktuelles aus Forschung & Transfer – KW 17/2026
Der “EL-Newsletter Forschung & Transfer” ist eine wöchentlich redaktionell zusammengestellte Auswahl von Pressemitteilungen aus den Fachgebieten Logistik, Verkehr, Supply Chain Management und Mobilität. Die vorliegende Ausgabe umfasst Auszüge von ausgewählten Mitteilungen aus der KW 17/2026. Zum Lesen der vollständigen Mitteilung klicken Sie bitte auf den jeweils angegebenen Link.
Pressemitteilung: Neue Perspektiven auf nachhaltige Infrastrukturen
Forschende der TUD und des Fraunhofer SCAI zeigen, warum Energie- und Mobilitätssysteme nur als Ganzes verstanden werden können
Warum führen gut gemeinte Maßnahmen in Stromnetzen oder Verkehrssystemen manchmal nicht zum gewünschten Ergebnis oder verschlechtern die Situation sogar? Eine neue Studie von Forschenden der TU Dresden und des Fraunhofer SCAI zeigt, dass nachhaltige Infrastrukturen oft anders reagieren als intuitiv erwartet.
Ein Überblicksartikel, veröffentlicht am 23. April 2026 in Nature Computational Science, macht deutlich: Zentrale Eigenschaften von Energie- und Mobilitätssystemen werden erst sichtbar, wenn man sie als komplexe, dynamische Gesamtsysteme betrachtet.
Prof. Marc Timme (TUD) und Dr. Mehrnaz Anvari (Fraunhofer SCAI) haben aktuelle Erkenntnisse zur Dynamik vernetzter Infrastrukturen zusammengetragen. Im Fokus steht, wie Stromnetze und Verkehrssysteme auf Veränderungen reagieren und warum auch kleine und scheinbar unwichtige Veränderungen oft größere und unerwartete Folgen haben.
Viele dieser Infrastrukturen bestehen aus einer Vielzahl miteinander verbundener Komponenten. Ihre Funktion, zum Beispiel die Versorgung mit elektrischer Energie, entsteht erst im Zusammenspiel dieser Teile und ihrer Wechselwirkungen. Fachleute sprechen von „kollektiver Dynamik“. Genau hier liegt eine zentrale Herausforderung für Nachhaltigkeit. Systeme wie Stromnetze oder Verkehr reagieren empfindlich und oft schwer vorhersagbar auf Änderungen, Schwankungen und äußere Einflüsse.
Ein Beispiel ist die elektrische Energieversorgung. Mit dem wachsenden Anteil erneuerbarer Energien wird die Stromproduktion ungleichmäßiger und schwerer vorhersehbar. Gleichzeitig verändern digitale Technologien und neue Nutzungsformen die Mobilität. Beide Entwicklungen erhöhen die Anforderungen an Planung und Betrieb der zugrunde liegenden Systeme.
Die Studie zeigt zudem, dass scheinbar naheliegende Lösungen nicht immer greifen und warum das der Fall ist. So können zusätzliche Verbindungen in einem Netzwerk dessen Leistungsfähigkeit sogar verschlechtern. Ein Effekt, der als Braess-Paradox bekannt ist und der sowohl in Verkehrsnetzen als auch in Stromnetzen auftreten kann. (.... → zur Pressemitteilung)
Quelle: Technische Universität Dresden, 23.04.2026
Pressemitteilung: Homeoffice könnte täglich Millionen Liter Kraftstoff sparen
Die Konstanzer Homeoffice-Studie zeigt: Der vielfach gewünschte zusätzliche Tag Homeoffice würde rund 19 Prozent des täglichen Kraftstoffverbrauchs in Deutschland reduzieren
Die 19. Befragungswelle der Konstanzer Homeoffice-Studie zeigt: Wenn alle Autopendler*innen nur einen Tag mehr pro Woche im Homeoffice arbeiten würden, könnten in Deutschland täglich rund 32 Millionen Liter Kraftstoff eingespart werden – knapp 19 Prozent des täglichen Verbrauchs. Die gute Nachricht: Die nötige Bereitschaft ist vorhanden, denn die Beschäftigten wünschen sich im Schnitt genau diesen einen Homeoffice-Tag mehr. Zugleich zeigen die Ergebnisse, dass Organisationen, die hybride Arbeit jetzt strukturiert gestalten, Engagement und Produktivität steigern. Das sind die zentralen Befunde der neuen Konstanzer Homeoffice-Studie von Florian Kunze und Kilian Hampel von der Universität Konstanz.
64 Prozent der Beschäftigten, deren Arbeit grundsätzlich im Homeoffice möglich ist, pendeln derzeit mit dem Auto zur Arbeit. Gleichzeitig wünschen sie sich im Durchschnitt fast einen Homeoffice-Tag mehr pro Woche. Genau dieser eine zusätzliche Tag würde einen bedeutenden Unterschied machen: Wenn Millionen Beschäftigte an diesem Tag nicht ins Büro fahren würden, entfielen entsprechend viele Pendelkilometer – und damit ein erheblicher Teil des täglichen Kraftstoffverbrauchs. Laut Berechnungen der Konstanzer Homeoffice-Studie beträgt das Einsparpotenzial bei einem zusätzlichen Tag Homeoffice bereits 32 Millionen Liter Kraftstoff, was 19 Prozent des täglichen Kraftstoffverbrauchs in Deutschland entspricht. (.… → zur Pressemitteilung)
Quelle: Universität Konstanz, 24.04.2026
Pressemitteilung: Powerbank auf Rädern
MAN zeigt gemeinsam mit den Projektpartnern von SPIRIT-E als erster europäischer Nutzfahrzeughersteller bidirektionales Laden beim Lkw.
• Drei zentrale Anwendungen: Vehicle to Vehicle, Vehicle-to-Site und Vehicle to-Grid
• Bidirektionales Laden besonders relevant für eLkw im Regionalverkehr unter 100.000 km jährliche Fahrleistung
• Durch intelligente Stromnutzung lassen sich Energiekosten um rund zehn bis 20 Prozent senken
Mit dem Forschungsprojekt SPIRIT E hebt MAN Truck & Bus die Elektrifizierung des Güterverkehrs auf ein neues Niveau. Erstmals hat der Nutzfahrzeughersteller MAN auf dem Betriebsgelände der Spedition Schmid in Obertraubling bei Regensburg das bidirektionale Laden unter realen Bedingungen öffentlich demonstriert – mit einem batterie-elektrischen MAN eTGX mit 480 kWh nutzbarer Energie. Die Technologie könnte zu einem zentralen Hebel für sektorübergreifende Energielösungen werden, weil sie Elektro-Lkw zu flexiblen Stromspeichern macht. Sie können dann nicht nur laden, sondern Energie gezielt speichern und zurückspeisen – ein Fortschritt, der sowohl die Wirtschaftlichkeit des Flottenbetriebs verbessert als auch das Energiesystem entlasten kann. (.… → zur Pressemitteilung)
Quelle: MAN Truck & Bus SE, 24.04.2026
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Stand: 26.04.2026 / DF