Explortal-Logistics - Newsletter: Aktuelles aus Forschung & Transfer – KW 21/2026
Der “EL-Newsletter Forschung & Transfer” ist eine wöchentlich redaktionell zusammengestellte Auswahl von Pressemitteilungen aus den Fachgebieten Logistik, Verkehr, Supply Chain Management und Mobilität. Die vorliegende Ausgabe umfasst Auszüge von ausgewählten Mitteilungen aus der KW 21/2026. Zum Lesen der vollständigen Mitteilung klicken Sie bitte auf den jeweils angegebenen Link.
Pressemitteilung: Solarzellen auf Fahrzeugen können die Netzbelastung in Europa erheblich senken
Fahrzeuge, die selbst Solarstrom erzeugen, könnten einen wichtigen Beitrag zur Dekarbonisierung des Verkehrssektors leisten. Ergebnisse des europäischen Forschungsprojekt SolarMoves legen nahe, dass sogenannte Vehicle Integrated Photovoltaics (VIPV) – in Fahrzeuge integrierte Solarmodule – den Strombedarf und die Belastung des Stromnetzes erheblich senken können. Die Untersuchungen ergaben, dass ein PKW in Mitteleuropa im besten Fall bis zu 55 Prozent seines jährlichen Energiebedarfs selbst erzeugen kann; in Südeuropa können es bis zu 80 Prozent sein.
Insbesondere Lieferwagen, Lkw und Anhänger verfügen über viel Dachfläche und verbrauchen gleichzeitig viel Energie für Kühlung, Heizung und Hilfsaggregate. Integrierte Solarmodule kann für eine größere Reichweite, einen geringeren Dieselverbrauch und niedrigere Betriebskosten sorgen.
Das europäische Pilotprojekt »SolarMoves« von TNO, Fraunhofer ISE, Sono Motors, IM Efficiency und Lightyear untersuchte im Auftrag der Europäischen Kommission das technische und praktische Potenzial von Fahrzeugen, die selbst Solarenergie produzieren. Durch die Integration von Solarmodulen in das Dach, die Motorhaube und sogar die Seitenwände von Fahrzeugen wird Strom dort erzeugt, wo er verbraucht wird. Dafür sind weder zusätzlicher Platz noch neue Infrastruktur oder eine Belastung der Stromnetze erforderlich.
Der Strombedarf sinkt bei Einsatz von VIPV um bis zu 80 Prozent
Die SolarMoves-Untersuchungen ergaben, dass ein PKW in Mitteleuropa – unter der Annahme von kurzen jährlichen Benutzungszyklen und viel Dachfläche (etwa bei SUV) – bis zu 55 Prozent seines Energiebedarfs selbst erzeugen kann; in Südeuropa können es bis zu 80 Prozent sein. Dadurch steigt nicht nur der Nutzungskomfort durch weniger externe Ladevorgänge, sondern es sinkt auch der externe Strombezug pro Kilometer erheblich.
PKW könnten in Mitteleuropa bis zu 55 Prozent ihres Energiebedarfs selbst erzeugen; in Südeuropa könnten es bis zu 80 Prozent sein.
»Die Studie analysierte Daten von 23 unterschiedlichen Fahrzeugtypen – von kompakten Stadtautos bis hin zu schweren Lastkraftwagen – und kombinierte detaillierte Fahrzeug- und Fahrprofile mit Meteosat-Satellitendaten, sowie meteorologischen Daten aus Amsterdam und Madrid« erklärte Christian Braun, Projektmitarbeiter und Wissenschaftler am Fraunhofer ISE. »Dafür wurden die Fahrzeuge mit Sensoren ausgestattet und Messdaten von 1,3 Millionen gefahrenen Kilometern ausgewertet.« (.... → zur Pressemitteilung)
Quelle: Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE, 19.05.2026
Pressemitteilung: Lastenräder im Wirtschaftsverkehr: DLR-Studie zeigt klare Vorteile für Unternehmen
Eine neue Langzeitstudie des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) liefert deutliche Ergebnisse: Lastenräder und elektrische Leichtfahrzeuge (LEV) können für viele Unternehmen wirtschaftlich und ökologisch ein Gewinn sein.
Im Projekt "Ich entlaste Städte 2" wurden über vier Jahre hinweg mehr als 100.000 gefahrene Kilometer von über 40 Betrieben aus Handwerk, Logistik und Dienstleistungen ausgewertet. Kommunen mit ihren Dienststellen, Eigenbetrieben und Tochterunternehmen können bei der Lastenradnutzung mit gutem Beispiel vorangehen. Das Fazit der Forschenden: Wer die Fahrzeuge richtig einsetzt, spart Kosten, Zeit – und CO2. Gleichzeitig profitieren Städte durch weniger Lärm, geringere Emissionen und entlastete Straßen.
Breite Einsatzmöglichkeiten
Vom Handwerk über Logistik bis zu öffentlichen Einrichtungen: Lastenräder wurden in nahezu allen Branchen erfolgreich genutzt. Vorteile wie keine Parkplatzsuche, hohe Wendigkeit, der Zugang zu gesperrten Bereichen, niedrige Betriebskosten sowie Einstellung von Personal ohne Führerschein überzeugten viele Betriebe dauerhaft.
Hohe Akzeptanz – ein Drittel steigt dauerhaft um
Die Testphase zeigte: Lastenräder sind stressfreier, gesünder und flexibler. Die Hälfte der Teilnehmenden erwog nach dem Test den Kauf eines eigenen Lastenrads, ein Drittel entschied sich tatsächlich dafür. Gründe waren vor allem Umweltaspekte, ein modernes Firmenimage und der Wunsch, Vorreiter zu sein.
Hohe Anschaffungskosten bleiben jedoch eine Hürde – Förderprogramme wie vom BAFA mit einer 25% Förderung bis 3.500€ können hier helfen. Ein Online-Rechner für die Wirtschaftlichkeit von Lastenrädern unterstützen Unternehmen beim Einstieg.
Was Kommunen tun können
Damit mehr Unternehmen dauerhaft auf Lastenräder umsteigen, braucht es eine Infrastruktur, die deren Einsatz zuverlässig ermöglicht. Die DLR‑Studien zeigen klar: Lastenradfreundliche Verkehrsplanung ist ein zentraler Erfolgsfaktor. Kommunen können mit folgenden Maßnahmen viel bewirken: (.… → zur Pressemitteilung)
Quelle: NRW - Ministeriums für Umwelt, Naturschutz und Verkehr des Landes Nordrhein-Westfalen, 18.05.2026
Pressemitteilung: Wasserstoff an Flughäfen: Studie weist Wege für einen schrittweisen und wirtschaftlichen Einsatz
Eine neue Studie im Auftrag des Bundesministeriums für Verkehr (BMV) zeigt, wie Wasserstoff schrittweise und wirtschaftlich tragfähig an Flughäfen eingesetzt werden kann. Die Analyse des Fraunhofer-Instituts für Materialfluss und Logistik (IML), herausgegeben von der NOW GmbH, hebt insbesondere die Bedeutung modularer Konzepte und regionaler Kooperationen für einen erfolgreichen Hochlauf hervor.
Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder:
„Wasserstoff wird auch im Luftverkehr eine wichtige Rolle spielen – allerdings mit realistischem Blick auf Einsatzfelder und Zeithorizonte. Die Studie zeigt, dass wir jetzt die richtigen Weichen stellen müssen: mit modularer Planung der Infrastrukturen, ausgewählten Anwendungen und einer engen Verzahnung mit regionalen Partnern. So schaffen wir die Grundlage für einen wirtschaftlich tragfähigen und klimafreundlichen Einsatz von Wasserstoff an Flughäfen.“
Die Studie zeichnet ein differenziertes Bild der Einsatzmöglichkeiten von Wasserstoff im Luftverkehr. Ein kurzfristiger flächendeckender Einsatz im Flugbetrieb ist demnach nicht zu erwarten – die Technik im Flugzeug befindet sich noch in der Entwicklung. Stattdessen werden voraussichtlich zunächst nachhaltige Flugkraftstoffe (SAF) eine zentrale Rolle bei der Dekarbonisierung des Luftverkehrs spielen. Entsprechend erscheint ein großskaliger Aufbau von Infrastruktur für flüssigen Wasserstoff derzeit über konzeptionelle Vorbereitungen hinaus nicht sinnvoll.
Potenziale vor allem im Vorfeldbetrieb
Kurz- bis mittelfristig bietet insbesondere der Einsatz von gasförmigem Wasserstoff im Vorfeldbetrieb Chancen. Dazu zählen Fahrzeuge und Geräte zur Flugzeugabfertigung (Ground Support Equipment). Erste Anwendungen sind grundsätzlich umsetzbar und sollten in klar abgegrenzten Pilotprojekten erprobt werden, die auf betriebliche Lernprozesse abzielen. Mobile und reversible Infrastrukturlösungen können dabei helfen, Investitionsrisiken zu begrenzen und Anpassungsfähigkeit sicherzustellen.
Gleichzeitig zeigt die Studie, dass diese Anwendungen allein nicht ausreichen, um eine wirtschaftlich tragfähige Wasserstoffinfrastruktur am Flughafen zu gewährleisten. Begrenzte Verfügbarkeit serienreifer Fahrzeuge sowie hohe Investitions- und Betriebskosten bleiben zentrale Herausforderungen. (.… → zur Pressemitteilung)
Quelle: Bundesministerium für Verkehr (BMV), 20.05.2026
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Stand: 24.05.2026 / DF