Explortal-Logistics - Newsletter: Aktuelles aus Forschung & Transfer – KW 37/2026
Der “EL-Newsletter Forschung & Transfer” ist eine wöchentlich redaktionell zusammengestellte Auswahl von Pressemitteilungen aus den Fachgebieten Logistik, Verkehr, Supply Chain Management und Mobilität. Die vorliegende Ausgabe umfasst Auszüge von ausgewählten Mitteilungen aus der KW 37/2026. Zum Lesen der vollständigen Mitteilung klicken Sie bitte auf den jeweils angegebenen Link.
Pressemitteilung: Wenn Eisberge zur Handelsroute gehören: Fraunhofer Austria entwickelt Frühwarnsystem für die Arktis
Suezkrise, Kriegsgefahr am Persischen Golf, schmelzendes Arktis-Eis: Fraunhofer-Forscherin Alba Heiss macht aus ihrer Bachelorarbeit das FFG-Forschungsprojekt "AIceberg". Es soll Schiffe künftig per Satellit vor Eisbergen warnen und die Nordostpassage sicher machen.
Wien (OTS) - Der Klimawandel verändert die Landkarten des Welthandels – und bringt Österreichs Wirtschaft, die auf verlässliche Lieferketten angewiesen ist, nicht nur Risiken, sondern auch Chancen. Über den Seeweg zwischen Asien und Europa laufen jährlich mehr als 26 Millionen Container, meist durch den Suezkanal. Seit Ende 2023 ist diese Route durch Angriffe im Roten Meer gestört, das Frachtaufkommen brach zeitweise um bis zu 82 Prozent ein. Viele Reedereien weichen auf den längeren Weg um das Kap der Guten Hoffnung aus. Verschärft wird die Lage durch den Krieg im Nahen Osten, der auch die Straße von Hormus – eine weitere Engstelle des Welthandels – riskanter und weniger verlässlich macht. Als Alternative rückt die Arktische Nordostpassage entlang Russlands Nordküste in den Fokus: Unter guten Bedingungen ist sie bis zu 40 Prozent kürzer als die Suezroute, ihr Zeitfenster wächst mit dem schwindenden Eis. Damit wächst aber auch eine unterschätzte Gefahr: Der beschleunigte Eisabbau treibt mehr Eisberge in die Passage – darunter kleine, kaum sichtbare Bruchstücke, sogenannte Growler, die für Radarsysteme schwer erkennbar sind und Schiffsrümpfe schwer beschädigen können, aber auch große Exemplare, die Schiffe an der Weiterfahrt hindern können. Rettungs- und Ersatzkapazitäten sind kaum vorhanden, ein System, das Erkennung, Verfolgung und Driftvorhersage vereint, gibt es bislang nicht.
Von der Bachelorarbeit zum Forschungsprojekt (.... → zur Pressemitteilung)
Quelle: Fraunhofer Austria Research GmbH, 10.09.2026
Pressemitteilung: Neues Simulationstool erleichtert die Planung elektrischer Busflotten
Mit dem Open-Source-Tool „WeBus“ können Verkehrsbetriebe die Umstellung auf elektrisch betriebene Busflotten besser planen. Gemeinsames Kooperationsprojekt von BVG, TU Berlin und Reiner Lemoine Institut erfolgreich abgeschlossen
Die Umstellung auf elektrisch betriebene Busflotten stellt Verkehrsunternehmen vor komplexe Planungsaufgaben. Busse, Batterien, Ladestationen und Betriebshöfe müssen perfekt aufeinander abgestimmt sein – gleichzeitig sollen die Mehrkosten minimiert werden. Mit der Plattform „WeBus“ steht dafür jetzt ein webbasiertes Simulationstool zur Verfügung, durch das unkompliziert Flottenanalysen und Ladeinfrastrukturplanungen durchgeführt werden können. Interessant ist die Plattform insbesondere für kleine und mittlere Verkehrsunternehmen, um den Umstieg auf elektrische Busflotten effizienter, transparenter und wirtschaftlicher zu planen.
Die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) haben „WeBus“ gemeinsam mit dem Fachgebiet Methoden der Produktentwicklung und Mechatronik im Institut für Maschinenkonstruktion und Systemtechnik in der Fakultät V Verkehrs- und Maschinensysteme der Technischen Universität Berlin und dem Reiner Lemoine Institut (RLI) im Forschungsprojekt „E-Bus 2030+“ entwickelt. Gefördert wurde es im Rahmen der Förderrichtlinie Elektromobilität mit 1.259.660 Euro durch das Bundesministerium für Verkehr. (.… → zur Pressemitteilung)
Quelle: Technische Universität Berlin, 10.09.2026
Pressemitteilung: Marktstudie zu Pick-Robotik und FTS vorgestellt
Fahrerlose Transportsysteme (FTS) sind in der Kommissionierung bereits verbreitet, die Kombination mit Pick-Robotik dagegen noch die Ausnahme: Nur etwa jedes zehnte Unternehmen nutzt beide Technologien gemeinsam. Dennoch plant mehr als jedes vierte Unternehmen den kombinierten Einsatz. Eine Marktstudie des Fraunhofer-Instituts für Materialfluss und Logistik IML zeigt, wo das Potenzial liegt – und warum der flächendeckende Einsatz noch auf sich warten lässt.
Das Paketaufkommen in Deutschland wächst weiter: 2024 wurden rund 4,3 Milliarden Pakete versendet. Der Bundesverband für Paket- und Expresslogistik e. V. erwartet, dass 2029 die 5-Milliarden-Marke erreicht wird. Treiber sind das Wachstum im ECommerce und das veränderte Konsumverhalten. Damit steigt der Druck auf die Intralogistik, vor allem auf die kostenintensive Kommissionierung. Gefragt sind flexible, skalierbare und leistungsfähige Systeme, die personelle Ausfälle kompensieren und Mitarbeitende unterstützen.
Das Fraunhofer IML hat in einer Marktstudie untersucht, ob und in welchem Umfang Pick-Robotik und FTS im Piece-Picking bereits eingesetzt und integriert genutzt werden. Die Ergebnisse der Marktstudie »Automatisierungstechnologien für die Kommissionierung: Pick-Robotik trifft auf FTS – passt die Kombination?« haben Forschende des Fraunhofer IML im Rahmen des Zukunftskongresses Logistik am 9.September veröffentlicht und vorgestellt. Zunächst identifizierten die Forschenden wirtschaftliche und wissenschaftliche Trends, die die Relevanz beider Technologien unterstreichen. Anschließend verglichen sie in einer Marktrecherche 33 aktuell verfügbare Pick-Robotik-Lösungen. Diese weisen einen hohen Entwicklungsstand auf. Die passende Systemauswahl hängt jedoch von individuellen Prozessen, Artikelstrukturen und Lagerbedingungen ab. Insgesamt können die Systeme Kommissionierleistungen erreichen, die deutlich über der menschlichen Leistung liegen. (.… → zur Pressemitteilung)
Quelle: Fraunhofer-Institut für Materialfluss und Logistik IML, 09.09.2026
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Stand: 13.09.2026 / DF