Institut für Weltwirtschaft (IfW Kiel): Statement - EU-USA-Zolldeal gefährdet regelbasierten Welthandel (28.07.2025)
Prof. Dr. Julian Hinz, Experte für internationalen Handel am Kiel Institut, kommentiert den jetzt vereinbarten Handelsdeal zwischen der EU und den USA, der für europäische Exporte in die Vereinigten Staaten Zollsätze von 15 Prozent vorsieht:
„Der gestern vereinbarte Deal zwischen der EU und den USA ist kein guter Deal – er ist Appeasement, also eine Politik der Beschwichtigung. Die EU versucht kurzfristig, einen Handelskrieg abzuwenden, zahlt dafür aber langfristig einen hohen Preis: Sie verlässt damit die Prinzipien des multilateralen und regelbasierten Welthandelssystems der Welthandelsorganisation (WTO), das Europas Wohlstand bislang maßgeblich garantiert hat.
Die kurzfristigen wirtschaftlichen Folgen des Deals mögen begrenzt erscheinen – so erwarten wir für Deutschland zunächst ein verringertes Wachstum von 0,13 Prozentpunkten. Doch der langfristige Schaden für das multilaterale Handelssystem ist weit größer. Die EU sollte sich dringend auf ihre Stärken besinnen und verstärkt Handelspartnerschaften mit gleichgesinnten Ländern fördern, um dem regelbasierten globalen Handelssystem wieder Rückhalt zu geben.
https://www.ifw-kiel.de/de/publikationen/aktuelles/eu-usa-zolldeal-gefaehrdet-regelbasierten-welthandel/
Hessisches Ministerium für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Wohnen (HE): Statement - Wirtschaftsminister Kaweh Mansoori zur Einigung im Zollstreit mit den USA (28.07.2025)
Die Europäische Union und die USA haben sich auf eine Einigung im Zollstreit verständigt. Die USA erheben künftig einen Basiszollsatz von 15 Prozent auf die meisten Importgüter aus der EU, darunter Autos, Halbleiter und Pharmaprodukte. Dazu sagte Wirtschaftsminister Kaweh Mansoori heute in Wiesbaden:
„Die Einigung im Zollstreit mit den USA bringt zwar endlich Klarheit – doch sie berührt unsere Wirtschaft an einer empfindlichen Stelle. Mit einem Basiszoll von 15 Prozent steigen die Preisaufschläge deutscher Waren in den USA. Auch unsere Unternehmen in Hessen leben vom Außenhandel – ein großer Teil unserer Wirtschaftskraft basiert auf Produkten, die weltweit gefragt sind. Wichtige Branchen, von der Automobilindustrie über den Maschinenbau bis zur chemisch-pharmazeutischen Industrie sind auf den Export angewiesen.
https://wirtschaft.hessen.de/node/9430/newsletter-preview
Sächsisches Staatsministerium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr (SN): "Die Zolleinigung bringt handelspolitische Verlässlichkeit, aber keine echte Lösung" (28.07.2025)
Nach monatelangem Ringen haben sich die Europäische Union und die Vereinigten Staaten von Amerika auf einen Kompromiss im Zollstreit geeinigt. Statt der von US-Präsident Donald Trump angekündigten 30-Prozent-Zölle auf EU-Waren gilt nun ein einheitlicher Zollsatz von 15 Prozent für die meisten Importe. Im Gegenzug verpflichtet sich die EU zu umfangreichen Investitionen und Energieimporten aus den USA.
Dazu äußert sich Sachsens Wirtschaftsminister Dirk Panter wie folgt:
»Die schlimmste Eskalation ist abgewendet – das ist zweifellos eine gute Nachricht für unsere exportorientierte sächsische Wirtschaft. Die Zolleinigung bringt handelspolitische Verlässlichkeit, aber keine echte Lösung. Die Einigung ist für Europa und insbesondere für die Industrie in Deutschland und Sachsen mit einem hohen Preis verbunden.
https://www.medienservice.sachsen.de/medien/news/1089216
Bundesverband Großhandel, Außenhandel, Dienstleistungen (BGA) e. V.: Die Zolleinigung ist ein schmerzhafter Kompromiss (28.07.2025)
„Diese Einigung ist ein schmerzhafter Kompromiss. Jedes Prozent Zoll ist ein Prozent zu viel. Der Zollaufschlag bedeutet für viele unserer Händler eine existenzielle Bedrohung. Auch wenn jetzt zunächst Sicherheit über die Handelsbedingungen herrscht, werden sich Lieferketten verändern und Preise erhöhen. Wir Mittelständler sind durch unsere Flexibilität sehr resilient, aber das ist ein harter Schlag für den Außenhandel“, erklärt Dr. Dirk Jandura, Präsident des Bundesverbandes Großhandel, Außenhandel, Dienstleistungen (BGA), zur aktuellen Entscheidung der US-Regierung.
„Wir müssen jetzt nach vorne schauen. Verstehen wir die letzten Monate als Weckruf. Wir haben uns lange auf Handelspartnerschaften verlassen und uns zu leichtfertig in Abhängigkeiten begeben. Europa muss sich jetzt strategisch für die Zukunft aufstellen. Wir brauchen neue Handelsabkommen mit den großen Wirtschaftsregionen dieser Welt.
https://bga.de/im-fokus/artikel/die-zolleinigung-ist-ein-schmerzhafter-kompromiss/
Association des Constructeurs Européens d’Automobiles (ACEA): EU-US tariff agreement: ACEA supports de-escalation, awaits details of the deal (28.07.2025)
Brussels, 28 July – Responding to the announcement of a trade deal between the EU and the US, avoiding an escalation in damaging tariffs, Sigrid de Vries, Director General of the European Automobile Manufacturers’ Association (ACEA), stated:
“The agreement takes an important step towards easing the intense uncertainty surrounding transatlantic trade relations in recent months, and ACEA welcomes this development in principle. Nevertheless, the US will retain higher tariffs on automobiles and automotive parts, and this will continue to have a negative impact not just for industry in the EU but also in the US.”
At this stage, many elements of the agreement still need to be clarified. ACEA will closely examine the details as they become available and assess the implications for Europe’s vehicle manufacturing.
https://www.acea.auto/press-release/eu-us-tariff-agreement-acea-supports-de-escalation-awaits-details-of-the-deal/
Deutscher Industrie- und Handelskammertag e.V. (DIHK): Zoll-Deal mit den USA verhindert Eskalation im Handelskrieg (28.07.2025)
Vereinbarung geht aber auch zulasten der deutschen und der EU-Wirtschaft
Nur als "ersten Schritt" hin zu einem umfassenden und fairen Handelsabkommen bewertet Helena Melnikov, Hauptgeschäftsführerin der Deutschen Industrie- und Handelskammer (DIHK), die jetzt getroffene Grundsatzvereinbarung im transatlantischen Zollkonflikt.
Am 27. Juli einigten sich EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen und US-Präsident Donald Trump darauf, dass die meisten der US-Importe aus Europa künftig mit 15 Prozent verzollt werden sollen.
"Die deutsche Wirtschaft kann vorerst etwas durchatmen", kommentiert Helena Melnikov die Vereinbarung: "Die Gefahr einer Eskalation im Handelsstreit mit den USA ist abgewendet – noch höhere und unkalkulierbare Zölle ab 1. August sind vom Tisch."
https://www.dihk.de/de/aktuelles-und-presse/aktuelle-informationen/zoll-deal-mit-den-usa-verhindert-eskalation-im-handelskrieg-134956
Logistics Viewpoints, ARC Advisory Group: Trump Announces U.S.–EU Trade Agreement – Sets 15% Tariff Structure and Establishes Investment Commitments (28.07.2025)
Yesterday, U.S. President Donald Trump and European Commission President Ursula von der Leyen announced a trade agreement between the United States and the European Union. The agreement introduces a standardized 15% tariff on most EU exports to the U.S., includes specific sectoral exemptions, and outlines a commitment by the EU to invest in U.S.-based industrial projects. The arrangement also creates a bilateral council for continued trade coordination and regulatory dialogue.
Agreement Components
Tariff Structure
A 15% flat tariff will apply to the majority of goods exported from the EU to the U.S. This replaces various product-specific tariffs and consolidates them into a single, uniform rate. The change does not affect U.S. tariffs on goods that fall under existing exemptions.
Sectoral Exemptions
https://logisticsviewpoints.com/2025/07/28/trump-eu-deal/
Verband der Automobilindustrie e. V. (VDA): VDA-Präsidentin zur Rahmenvereinbarung EU und USA im Zollstreit (28.07.2025)
VDA-Präsidentin Hildegard Müller:
„Es ist grundsätzlich gut, dass EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen und US-Präsident Donald Trump eine Rahmenvereinbarung verkünden und damit eine weitere Eskalation des Handelsstreits abwenden konnten. Ein Dank gilt auch dem Bundeskanzler für seinen Einsatz.
Entscheidend wird nun sein, wie die Vereinbarung konkret ausgestaltet sein wird und wie verlässlich sie ist.
Klar ist aber auch: Der Zollsatz der USA in Höhe von 15 Prozent auch für automobile Produkte wird die Unternehmen der deutschen Automobilindustrie jährlich Milliarden kosten und belastet sie inmitten der Transformation.
Auch angesichts der weitreichenden Zusagen für zusätzliche Investitionen in den USA, deren Ausgestaltung noch offen ist, ist die EU jetzt umso mehr und dringend aufgefordert, die Rahmenbedingungen in Europa für Investoren wie Unternehmen international wettbewerbsfähig auszugestalten, um als Investitionsstandort wieder interessanter und relevanter zu werden.
https://www.vda.de/de/presse/Pressemeldungen/2025/250728_Kommentierung_Rahmenvereinbarung_EU_und_USA_im_Zollstreit
Deutsche Umwelthilfe e.V.: Deutsche Umwelthilfe kritisiert Trump-„Deal“: EU schafft neue fossile Abhängigkeit und opfert Klimaschutz (28.07.2025)
Berlin, 28.7.2025: Die Europäische Union verpflichtet sich im neuen Handelsabkommen mit den USA für drei Jahre zum Import von fossilen Energien in Höhe von 250 Milliarden US-Dollar pro Jahr. Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) warnt vor einer neuen fossilen Abhängigkeit zulasten von Klimaschutz und Sicherheit. Die Umwelt- und Verbraucherschutzorganisation fordert EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen auf, das fossile Importversprechen umgehend zurückzunehmen.
Sascha Müller-Kraenner, Bundesgeschäftsführer der DUH:
„Das neue Handelsabkommen zwischen der EU und den USA ist ein katastrophales Signal für den Klimaschutz. Die EU importiert aktuell fossile Energien in Höhe von rund 65 Milliarden US-Dollar jährlich aus den USA. Das Handelsabkommen, das die EU unter Androhung noch höherer Zölle unterzeichnet hat, vervierfacht die fossilen Importe. Ein derartiger ‚Deal‘ wirft die EU nicht nur klimapolitisch zurück, sondern vertieft die Abhängigkeit von einem US-Präsidenten, der Energieversorgung als geopolitisches Druckmittel einsetzt. Anstatt auf langfristige Planungssicherheit für die Energiewende zu setzen, binden uns derartige fossile Abkommen an gestrige Technologien – auf Kosten von Klima, Innovation und Sicherheit. Wir fordern eine klare Positionierung gegen das Importversprechen durch Bundeskanzler Merz und eine Absage des Handelsabkommens durch Kommissionspräsidentin von der Leyen.“
https://www.duh.de/presse/pressemitteilungen/pressemitteilung/deutsche-umwelthilfe-kritisiert-trump-deal-eu-schafft-neue-fossile-abhaengigkeit-und-opfert-klimas/
Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWE): Zitat von Bundeswirtschaftsministerin Reiche zur Einigung zwischen der EU und den USA über die weiteren Handelsbeziehungen (28.07.2025)
Bundeswirtschaftsministerin Reiche:
„Es ist wichtig, dass eine Einigung erreicht wurde. In diesen herausfordernden Zeiten ist Sicherheit und Verlässlichkeit für die weiteren Handelsbeziehungen zwischen der EU und den Vereinigten Staaten wichtig. Das Abkommen ist für unsere Wirtschaft herausfordernd, aber es gibt Sicherheit.
Es ist wichtig, dass einige Sektoren herausgenommen sind. Dafür haben wir uns eingesetzt.
Jetzt ist schnell Klarheit über die Umsetzung notwendig, dazu werden wir uns eng mit der Europäischen Kommission abstimmen.
Die deutsche und die US-Wirtschaft sind eng verknüpft. Für unsere Unternehmen sind gute und verlässliche Handelsbeziehungen mit den USA von besonderer Bedeutung: Sie haben im vergangenen Jahr Waren in Höhe von rund 161 Milliarden Euro in die USA exportiert. Fast 6.000 deutsche Unternehmen sind in den USA investiert und haben rund 900.000 Arbeitsplätze geschaffen. Davon sind 35 Prozent Industrie-Arbeitsplätze.“
https://www.bundeswirtschaftsministerium.de/Redaktion/DE/Pressemitteilungen/2025/07/20250728-zitat-ministerin-reiche-einigung-zwischen-eu-und-usa-ueber-handelsbeziehungen.html
Europäische Kommission: Statement by President von der Leyen on the deal on tariffs and trade with the United States (27.07.2025)
We have reached a deal on tariffs and trade with the US.
Today's deal creates certainty in uncertain times. It delivers stability and predictability, for citizens and businesses on both sides of the Atlantic. This is a deal between the two largest economies in the world. We trade USD 1.7 trillion per year. Together we are a market of 800 million people. And we are nearly 44% of global GDP. Just a few weeks after the NATO summit, this is the second building block, reaffirming the transatlantic partnership.
Allow me to go into some details. We have stabilised on a single 15% tariff rate for the vast majority of EU exports. This rate applies across most sectors, including cars, semiconductors and pharmaceuticals. This 15% is a clear ceiling. No stacking. All-inclusive. So it gives much-needed clarity for our citizens and businesses. This is absolutely crucial.
Today we have also agreed on zero-for-zero tariffs on a number of strategic products. This includes all aircraft and component parts, certain chemicals, certain generics, semiconductor equipment, certain agricultural products, natural resources and critical raw materials. And we will keep working to add more products to this list.
https://ec.europa.eu/commission/presscorner/detail/en/statement_25_1915
Presse- und Informationsamt der Bundesregierung: Bundeskanzler Friedrich Merz erklärt zur Einigung von Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen und Präsident Donald Trump in den EU-US-Verhandlungen: (27.07.2025)
„Ich begrüße die Einigung zwischen Ursula von der Leyen und Donald Trump in den Verhandlungen zwischen der Europäischen Union und den Vereinigten Staaten. Es ist gut, dass Europa und die USA sich geeinigt haben und so eine unnötige Eskalation in den transatlantischen Handelsbeziehungen vermeiden.
Die Einigkeit der Europäischen Union und die harte Arbeit der Verhandler haben sich ausgezahlt. Mein besonderer Dank gilt daher Ursula von der Leyen und Handelskommissar Maroš Šefčovič mit ihren Teams für den unermüdlichen Einsatz in den letzten Wochen.
Mit der Einigung ist es gelungen, einen Handelskonflikt abzuwenden, der die exportorientierte deutsche Wirtschaft hart getroffen hätte. Dies gilt besonders für die Automobilwirtschaft, bei der die gegenwärtigen Zölle von 27,5 Prozent auf 15 Prozent fast halbiert werden. Gerade hier ist die schnelle Zollsenkung von größter Bedeutung.
Wir haben so unsere Kerninteressen wahren können, auch wenn ich mir durchaus weitere Erleichterungen im transatlantischen Handel gewünscht hätte. Von stabilen und planbaren Handelsbeziehungen mit Marktzugang für beide Seiten profitieren alle - diesseits wie jenseits des Atlantiks, Unternehmen wie Verbraucher.
In den nun anstehenden Verhandlungen über die Details der Einigung hat die Europäische Kommission meine volle Unterstützung. Wir müssen weiter daran arbeiten, unsere Handelsbeziehungen mit den USA zu stärken.
https://www.bundesregierung.de/breg-de/aktuelles/pressemitteilungen/bundeskanzler-friedrich-merz-erklaert-zur-einigung-von-kommissionspraesidentin-ursula-von-der-leyen-und-praesident-donald-trump-in-den-eu-us-verhandlungen--2370770
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Stichwörter: Pressemitteilungenund Statements zum EU-USA-Zolldeal, EU, USA, Zolldeal, regelbasierten Welthandel, Zollstreit, Zolleinigung
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Institut für Weltwirtschaft (IfW Kiel): Strategische Allianz: Gemeinsame Gegenzölle gegen die USA unter Führung der EU
https://www.explortal-logistics.net/news/pressemitteilung-strategische-allianz-gemeinsame-gegenzoelle-gegen-die-usa-unter-fuehrung-der-eu-29690
ifo Institut – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung an der Universität München e.V.: Jedes dritte Unternehmen erwartet Bedeutungsverlust des US-Marktes
https://www.explortal-logistics.net/news/pressemitteilung-jedes-dritte-unternehmen-erwartet-bedeutungsverlust-des-us-marktes-29667