Pressemitteilungen zu Wettbewerb im Fernverkehr: Italo-Einstieg

Wettbewerb im Fernverkehr: Italo-Einstieg darf die Fläche nicht abhängen / Studie rechnet mit ICE-Streichungen / Schienenfernverkehr: Bald kein ICE mehr zum Weltkulturerbe?

Fahrgastverband PRO BAHN e.V.: Wettbewerb im Fernverkehr: Italo-Einstieg darf die Fläche nicht abhängen (15.06.2026)
Der Fahrgastverband PRO BAHN begrüßt grundsätzlich, dass mit dem italienischen Anbieter Italo nach Jahrzehnten faktischen Monopols ein ernstzunehmender Wettbewerber in den innerdeutschen Hochgeschwindigkeitsverkehr drängt. Wettbewerb kann Preise senken, Qualität steigern und das Angebot ausweiten – aber nur, wenn er fair geregelt ist. Der Fahrgastverband PRO BAHN warnt davor, den Markteintritt allein dem Spiel der Trassenkräfte zu überlassen, und stellt drei Bedingungen, ohne die mehr Wettbewerb für viele Fahrgäste am Ende weniger Bahn bedeutet.
Italo plant nach derzeitigem Stand ab 2028 den Betrieb auf den nachfragestarken Hauptachsen wie Berlin–München, München–Hamburg sowie Köln–Frankfurt–München. Genau hier liegt das Problem: Der eigenwirtschaftliche Fernverkehr funktioniert verlässlich nur auf den lukrativen Magistralen. Ein neuer Anbieter, der ausschließlich diese Strecken bedient, verbessert das Angebot dort, wo es ohnehin schon gut ist – und lässt jene Regionen unberührt, die seit Jahren vom Taktfernverkehr abgekoppelt sind.
https://www.pro-bahn.de/presse/pm_bv_show.php?id=559

Bayerisches Staatsministerium für Wohnen, Bau und Verkehr (BY): Studie rechnet mit ICE-Streichungen (14.06.2026)
Bayerns Verkehrsminister Bernreiter: "Neue Trassenvergaben dürfen nicht zu Einschnitten in Bayern führen!"
• Bahn-Gewerkschaft EVG rechnet mit ICE-Streichungen auch in Bayern
• Große Gefahr für Nahverkehrsverbindungen durch neue Trassenvergaben
• Bernreiter: „Keine Rosinenpickerei!“
Eine medial bekanntgewordene Studie der Bahn-Gewerkschaft EVG legt offen, dass in mehreren deutschen Städten ICE-Anbindungen verloren gehen könnten. Hintergrund: Ein neues Eisenbahnunternehmen aus Italien drängt in den deutschen Markt. Der Kampf um bestehende Trassen könnte auch in Bayern zu Streichungen im Fernverkehr führen. Medial genannt sind Augsburg, Bamberg und Ingolstadt. Auswirkungen gäbe es aber auch auf den Nahverkehr. Bayerns Verkehrsminister Christian Bernreiter, der auch Vorsitzender der Verkehrsministerkonferenz (VMK) ist, macht deutlich: „Ich kämpfe dafür, dass keine neuen Trassen vergeben werden, solange es so viele Baustellen im Netz gibt, schon gar nicht zu Lasten des Schienenpersonennahverkehrs!“
https://www.stmb.bayern.de/med/pressemitteilungen/pressearchiv/2026/65/index.php

Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG): Schienenfernverkehr: Bald kein ICE mehr zum Weltkulturerbe?  (12.06.2026)
Könnte passieren, wenn sich das italienische Unternehmen Italo durchsetzt. Italo drängt derzeit auf eine schnelle und langfristige Vergabe von Fernverkehrstrassen in Deutschland. Allerdings ist das Unternehmen nur an lukrativen Hauptstrecken interessiert.
Das Vorhaben von Italo könnte zur Verdrängung führen und dazu, dass zahlreiche Städte vom Schienenfernverkehr abgekoppelt werden – darunter Landeshauptstädte, bedeutende Industriestandorte und touristische Highlights. Der EVG-Vorsitzende Martin Burkert warnt von Rosinenpickerei und schlägt Paketlösungen vor. Italo verspricht neue Verbindungen, neue Züge, neue Arbeitsplätze – und billigere Tickets. Dafür verlangt das Unternehmen langfristige Zusagen bei der Trassenvergabe. Allerdings interessiert sich Italo nur für Strecken, auf denen Geld zu verdienen ist. Berlin-Köln, Hamburg-München: gerne. Aber was ist mit Rostock, Chemnitz oder Aachen? Das Ziel ist maximaler Gewinn und nicht die Daseinsvorsorge in Deutschland.
https://www.evg-online.org/aktuelles/artikel/schienenfernverkehr-bald-kein-ice-mehr-zum-weltkulturerbe/

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Quellen: die oben genannten Quellen

Stichwörter: Pressemitteilungen zu Wettbewerb im Fernverkehr: Italo-Einstieg, Italo, Hochgeschwindigkeitsverkehr, eigenwirtschaftlicher Fernverkehr, Bundesaufgabenträger Fernverkehr, Deutsche Zentrum für Schienenverkehrsforschung (DZSF), Regionalverkehrstakte, Trassenvergabe, Dachtarif, BahnCard 100‑Äquivalent, Flexpreis, Bundesnetzagentur

Kategorie(n): Mobilität & Verkehr

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